Art der Veröffentlichung
Datum
29.04.2016

VISION STUTTGART 2030 - Baustein Mobilität

Für alle Mobilitätsarten eine zukunftsfähige Infrastruktur!

Das Miteinander aller Verkehrsträger in der Region ist entscheidend

Die Schaffung einer zukunftsfähigen Mobilität in Stuttgart und in der Region ist eine der größten Aufgaben für die nächsten Jahre. Einerseits will man im alltäglichen Leben mobil sein, andererseits müssen Staus, ÖPNV-Überlastung sowie Lärm- und Luftbelastungen verringert werden. Beides bedingt eine gute Infrastruktur. „Ebenso ist ein Miteinander aller Verkehrsträger unabdingbar – diese Einsicht wünschen wir uns auch von manch anderer Fraktion im Gemeinderat“, so Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. Zudem muss Mobilität regional gedacht werden. Denn nahezu alle Maßnahmen haben wechselseitige Auswirkung auf die Region und die Stadt Stuttgart, positiv wie negativ.

Wo immer möglich Verkehrsträger mit geringster Belastung nutzen

Beim Rad- und Fußgängerverkehr hat die CDU Fraktion im Doppelhaushalt 2016/17 auf Ausbau und Qualitätsverbesserung gesetzt. Dabei gilt die Prämisse des Miteinanders der einzelnen Verkehrsträger – ein Gegeneinander oder gar ein entweder-oder ist ausgeschlossen. „Konkret können wir uns hierbei den Lückenschluss des Neckarradwegs im Bereich des Leuze Mineralbads vorstellen. Die Radinfrastruktur auch jenseits von Radwegen wollen wir mittels Radabstellplätze und Fahrradparkhäuser verbessern.“

Mehr Busse und Bahnen – vielleicht auch Seilbahn oder Monorail  

Es ist zwingend notwendig, einerseits auf dem bestehenden Streckennetz das Angebot zu verbessern (Taktverdichtung, größere Transportgefäße für mehr Kapazität) und andererseits aber auch eine weitere Ausdehnung des Streckennetzes anzugehen. Dazu gehört etwa eine Erweiterung des S-Bahn-Netzes in Richtung Süden (Tübingen / Reutlingen). Eine S-Bahn-Strecke entlang der B27 oder entlang des Neckars über Wendlingen kommt hier infrage. Zwar ergeben sich durch S21 auch dort Verbesserungen im Regionalzugverkehr, eine S-Bahn könnte aber zur Verringerung des Individualverkehrs und des täglichen Staus auf der B27 bis in den Talkessel deutlich beitragen. Wenn weniger Fahrgäste sternförmig in die Stuttgarter City fahren, weil S-Bahn-Stränge durch Tangenten verbunden sein würden, könnten freie Kapazitäten im Bereich der Innenstadt gerade in den Stoßzeiten geschaffen werden. Alexander Kotz: „Weiterhin plädieren wir für die Gäubahntrassen-Nutzung. Eine Kombilösung am Hauptbahnhof (unter- und oberirdische Gleise) können wir uns aber aus städtebaulicher Sicht nicht vorstellen.

Europas wirtschaftsstärkste Region braucht ein leistungsfähigeres Straßennetz.

Seit der Entscheidung zum Bau des Rosensteintunnels vor vielen Jahren gab es keine nennenswerten Verbesserungsvorschläge mehr beim Individualverkehr. Dabei sollte jedem klar sein, dass die Lärm- und Luftbelastung in einer so wirtschaftsstarken Region nicht durch Fahrverbote gelöst werden kann. Vielmehr ist die Verbesserung der Infrastruktur ein bedeutender Mosaikstein für zukunftsgerichtete Mobilität. „Wir erkennen für eine auch zukünftig positive Entwicklung der (Wirtschafts)Region Stuttgart die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur von Kornwestheim zur B14 im Remstal als zwingend notwendig. Auf dieser Strecke ist die Verflüssigung des Verkehrs auf Stuttgarter Gemarkung beispielsweise im Bereich Pragsattel und Heilbronner Straße zu bewirken. Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Verbindung von der B10 im Neckartal auf die Fildern zur A8. Hier unterstützt und fordert die CDU den Bau der „Langtunnel-Variante“ von der B10 im Bereich Großmarkt bis zur B27 im Bereich Tränke. Im Zusammenhang mit dem im Bundesverkehrswegeplan aufgenommenen Ausbau der B27 in Richtung Tübingen auf der einen Seite dieser neuen Trasse und der Verbindung von Kornwestheim über die B14 und den Kappelbergtunnel direkt zu diesem neuen Tunnel in Richtung Filder am anderen Ende der neue Trasse entsteht eine wichtige direkte Verkehrsverbindung, die „Filder – Nord – Spange“.

Der "Ostheimer Tunnel" – die Lösung vieler Probleme

Zur Lösung drängender innerstädtischer Verkehrs- und städtebaulicher Probleme kommt eine weitere Tunnelverbindung ins Spiel – der "Ostheimer Tunnel". Im Wagenburgtunnel nach dem Portal an der Staatsgalerie könnte eine Abzweigung in beiden Fahrtrichtungen zu zwei neuen zusätzlichen Röhren hergestellt werden. Diese zweispurigen Röhren würden dann in Richtung B10 / Gaskessel führen. Dort schließt der Tunnel verkehrsgünstig an die B10 in beide Richtungen an. Mit einer solchen direkten Verbindung von der B10 zum City-Ring würden gleich mehrere Probleme gelöst werden:

  • Der Osten wird vom Stau entlastet;
  • Die Feinstaubbelastung wird gesenkt, insbondere auf der Cannstatter Straße;
  • Die zwei Stadtbezirke Ost und Nord werden durch mehr Fuß- und Radwege besser miteinander verbunden (v.a. nach Realsierung von S21);
  • Die Schillerstraße wird durch Verlegung des City-Ring auf die Heilmann-/ Wolframstraße von Verkehr befreit.

„So leiten wir aus der Vision eine mit konkreten Inhalten untermauerte Strategie ab“, sagt Fraktionsvorsitzender Kotz. „Denn Stuttgart muss den Anspruch haben, den Rahmen für Mobilität von morgen hier zu entwerfen und zu setzen.“