Datum
02.07.2010
Antragsnummer
200/2010

Quo vadis Schulkindbetreuung in Stuttgart?

Es herrscht eine breite Einigkeit in unserer Stadt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch von der Kommune zu unterstützen ist. Viele Plätze in Kindertageseinrichtungen wurden in den letzten Jahren zu Ganztagsplätzen ausgebaut. Bei Plätzen für unter 3- Jährige befinden wir uns aktuell in einem ambitionierten Ausbauprozess.

Was aber passiert, wenn aus dem Kindergartenkind ein Schulkind wird?

Hierzu haben uns in der letzten Zeit – vermutlich quer zu allen Fraktionen -  viele Beschwerden von Eltern erreicht, die auf ein fehlendes oder qualitativ unzureichendes Betreuungsangebot für Grundschüler und –schülerinnen aufmerksam machen.

Neben diesen Hinweisen auf fehlende oder qualitativ unzureichende Angebote scheint uns auch eine Zielrichtung zu fehlen, wie in Stuttgart künftig eine verlässliche Schulkindbetreuung gewährleistet werden soll. Ganztagsschule, Horte, (erweiterte) verlässliche Betreuungsangebote, all dies sind Angebote mit unterschiedlichen Zielsetzungen, Konzeptionen und Qualitätsstandards, die nebeneinander existieren und deren weiterer Ausbau eher „zufällig“ denn auf der Grundlage einer abgestimmten Planung verläuft.

Vor diesem Hintergrund wird die Verwaltung aufgefordert

1.    die Schulkindbetreuung an Grundschulen als weiteren Bestandteil in den aktuellen Prozess der Schulentwicklungsplanung aufzunehmen; darin sind auch Lösungen für diejenigen Standorte vorzuschlagen, in denen auf absehbare Zeit keine räumlichen Ressourcen zur Installierung von Betreuungsangeboten an den Schulen zur Verfügung stehen;

2.    auf der Grundlage einer Auswertung der existieren Angebote (Ganztagsschule, Horte, verlässliche Betreuung) ein einheitliches Stuttgarter Modell der Schulkindbetreuung zu erarbeiten, das sowohl die Bedarfe der Eltern (Betreuung an 5 Tagen bis 17 Uhr, Ferienbetreuung etc.) als auch die anerkannten fachlichen Standards (Schule als Lern- und Lebensort, abgestimmtes Angebot von Bildung und Betreuung etc.) in einer guten Qualität aufgreift;

3.    eine Vorlage rechtzeitig zu den Haushaltsplanungen 2012/2013 einzubringen, in der sowohl das erarbeitete Stuttgarter Modell der Schulkindbetreuung als auch ein schrittweiser Ausbau der Schulkindbetreuungsangebote auf der Grundlage dieses Modells zur Beschlussfassung dargelegt wird.




Iris Ripsam                                Dr. Klaus Nopper        Jürgen Sauer
stv. Fraktionsvorsitzende