Datum
09.09.2010
Antragsnummer
265/2010

Saubere Luft durch Pflastersteine

Durch die topografische Lage haben wir in der Stadt jedes Jahr zahlreiche Tage, an denen in verschiedenen Straßen die Grenzwerte für Stickoxyd überschritten werden. Mehrere Versuche die Grenzwerte einzudämmen, egal ob mit Kehrmaschine, abspritzen oder mit einem Bindemittel, waren unbefriedigend.
Da auch andere Großstädte Stickoxydprobleme haben, wurde von dem Fraunhofer Institut Pflastersteine entwickelt, deren Oberfläche mit Titandioxid beschichtet, die Schadstoffe wie Stickoxyde in Nitrate umwandeln. Das Titandioxid - als Photokatalysator - nutzt für diesen Prozess des Sonnenlichts, das heißt es verändert die Geschwindigkeit der Reaktion unter Lichteinfluss. Entwickelt wurde das Stickoxyd reduzierende Pflaster namens AirClean von der Firma F.C. Nüdling Betonbauelemente. Den Beleg über die Wirksamkeit der Steine lieferte das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie IME in Schmallenberg. Die IME Forscher haben auch das Umweltrisiko des entstehenden Produkt Nitrat ermittelt. Gefördert wurde das Projekt durch die Deutsche Bundesstiftung für Umwelt.
Die Barockstadt Fulda, welche in der Petersberger Straße Grenzwertüberschreitungen von über 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen wurden, wird nun solche luftreinigende Pflastersteine verlegen.

Wir fragen die Verwaltung:

1.    Sind der  Verwaltung solche umweltfreundlichen Pflastersteine bekannt? Wenn ja, wurden bzw. werden Überlegungen einen Versuch mit solchen Pflastersteinen in Stuttgart anzulegen von der Verwaltung geprüft?

2.    Wurde in dieser Sache schon Kontakte mit der Stadt Fulda aufgenommen?

3.    Wurde mit solchen Forschungsinstituten wie Fraunhofer früher schon Kontakt über solche stickoxidreduzierende Möglichkeiten aufgenommen?

4.    Könnten solche Versuche mit Forschungsmitteln aus EU, Bund und Land gefördert werden?

Wir bitten die Verwaltung zeitnah im UTA und WA zu berichten.


    
Fritz Currle               Dieter Wahl              Joachim Rudolf