Datum
26.03.2010
Antragsnummer
98/2010

Sprachbarrieren einreißen statt aufbauen!

In der Sitzung des Internationalen Ausschusses vom 24.03.2010 ist die an verschiedenen Schulen bestehende - oder zur Diskussion stehende - Vereinbarung, auf dem Schulgelände ausschließlich deutsch zu sprechen, kontrovers zur Sprache gekommen. Dabei handelt es sich um eine alleinige Maßnahme der jeweiligen Schulvertreterkonferenzen, die keiner Empfehlung von Land oder Stadt folgt. Nichtsdestotrotz ist das Thema auch für die Politik interessant, weil ihm nicht nur eine pädagogische, sondern auch eine integrationspolitische Komponente innewohnt.  

Befeuert wird die öffentliche Debatte nun durch die jüngsten Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Recep Erdogan. Dieser bemängelt u.a., dass die in Deutschland lebenden türkischen Schüler zu schlecht türkisch sprächen. Er rät ihnen deshalb - vor allem anderen - zuerst türkisch als Muttersprache zu erlernen.
 
Aus unserer Sicht steht dieses Ansinnen in krassem Widerspruch zu den mannigfaltigen Integrationsbemühungen von Bund, Land und Stadt. Dies deshalb, weil mittlerweile allgemein bekannt sein dürfte, dass Integration hauptsächlich und entscheidend durch die Überwindung sprachlicher Barrieren erzielt wird. Ersichtlich ist daher die Hauptaufgabe der Integrationspolitik, Anreize zur schnellstmöglichen Beherrschung der deutschen Sprache zu schaffen. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. Der türkische Ministerpräsident muss sich deshalb fragen lassen, ob ihm die Integration seiner hier lebenden Landsleute in die deutsche Gesellschaft tatsächlich ein ernsthaftes Anliegen ist.

Wir beantragen daher,

dieses Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Internationalen Ausschusses zu setzen und dort zu behandeln.




Fabian Mayer                      Alexander Kotz                      Philipp Hill
                                           stv. Fraktionsvorsitzender


Joachim Rudolf

 

Stellungnahme

Erl. im Internationalen Ausschuss
am 21.04.2010