Datum
13.10.2010
Antragsnummer
299/2010

Stärkung der Freien Tanz- und Theaterszene

Nach der Entscheidung der Freien Tanz- und Theaterszene, bereits in vier Monaten den TREFFPUNKT Rotebühlplatz verlassen zu wollen, muss für alle Betroffenen rasch nach einer einvernehmlichen und tragfähigen Lösung gesucht werden.

Wir unterstützen die Bemühungen der Kulturverwaltung und tragen den Vorschlag der Kulturbürgermeisterin mit, den Projektmitteltopf für die Freie Tanz- und Theaterszene ab dem kommenden Jahr deutlich aufzustocken, um damit dann auch die Kosten für die Aufführung all derjenigen Projekte zu bezuschussen, die von der Jury einen Zuschlag bekommen haben.

Möglich wird die Aufstockung durch die Reduzierung der zweckgebundenen städtischen Mittel für die Volkshochschule (vhs), mit denen diese sich in den vergangenen fünf Jahren im Rahmen ihres von der Stadt vergebenen Kulturauftrages engagiert um die Freie Tanz- und Theaterszene gekümmert und Koordination sowie Durchführung des Veranstaltungsbetriebes im TREFFPUNKT Rotebühlplatz übernommen hat.


Da es angesichts der neuen Entwicklung dringende Aufgaben zu lösen gilt, beantragen wir:

1.    Die Kulturverwaltung führt rasch Gespräche mit der vhs, um bei den Verhandlungen über die Verlängerung ihres ab Februar 2011 reduzierten Kulturauftrages zu einer einvernehmlichen Lösung hinsichtlich einer angemessenen Höhe von Sachmitteln und Personalausstattung zu kommen. In diesem Zusammenhang muss geklärt werden, wie der reduzierte Kulturauftrag in Zukunft inhaltlich und strukturell gestaltet sein könnte und bis wann er laufen sollte.

2.    Die Kulturverwaltung entwickelt zusammen mit dem Arbeitskreis Freie Theater Stuttgart e. V. / Produktionszentrum für Tanz und Performance e. V. (Arbeitskreis FTS/PZ Stuttgart) eine Interimslösung aus alternativen Spielstätten, damit sämtliche mit städtischen Mitteln geförderte Projekte der Freien Tanz- und Theaterszene im jeweils folgenden Jahr auch aufgeführt werden können.

3.    Kulturverwaltung und Arbeitskreis FTS/PZ Stuttgart entwickeln gemeinsam ein Konzept möglicher „Grunddienstleistungen“, die von den Vertreterinnen und Vertretern der Freien Tanz- und Theaterszene in Anspruch genommen werden können und zumindest aus der Koordination und Organisation der Aufführungen sowie einer übergreifenden Öffentlichkeitsarbeit bestehen sollte.

4.    Die Kulturverwaltung unterbreitet nach einvernehmlicher Klärung der Fragen mit der vhs einen Vorschlag, wie die freiwerdenden städtischen Mittel in Zukunft für die Tanz- und Theaterszene verwendet werden können. Beschränkt auf das Jahr 2011 erwarten wir, dass damit auch ein Ersatz für die im kommenden Jahr zu streichende Technikerstelle beim JES sowie die Miete für das Theater am Olgaeck finanziert werden kann.




Jürgen Sauer              Fred-Jürgen Stradinger           Helga Vetter
                                  stv. Fraktionsvorsitzender

 

Stellungnahme

Erl. im VA
am 01.12.2010
Nr. 388