Datum
02.02.2010
Antragsnummer
23/2010

Tübinger Straße

Investitionen öffnen Chancen für den öffentlichen Raum

Entlang der Tübinger Straße, zwischen Silberburgstraße und Querspange, wird sich in den nächsten Jahren einiges entwickeln. Angefangen von den Investitionen in das Quartier S, in den Neubau auf dem alten WGV-Areal und die Erweiterungsbauten der WGV über die Umgestaltung des Rupert-Mayer-Platzes wird sich dieses Stück Stadt weiter entwickeln.
Damit die einzelnen Investitionsbauten nicht losgelöst im städtischen Raum stehen, ist es auch im Hinblick auf die angestrebten Wohnanteile notwendig, dass der öffentliche Raum, das Arbeits- und Wohnumfeld ebenfalls eine Aufwertung erhält.
Die einzelnen Vorhaben haben mit den Neubauten der WGV jetzt sogar den Ausläufer der Karlshöhe, die Silberburganlage, erreicht. Die Möglichkeit liegt jetzt zum Greifen nahe, durch einen guten Stadtumbau im öffentlichen Raum die Innenstadt über eine aufgewertete Tübinger Straße mit einer der zentralen Parkanlagen in Stuttgart zu verbinden.
Dazu muss diskutiert werden, wie Stellplätze aus dem öffentlichen Raum in die neue Tiefgaragen verschoben werden können und wie das Parken und die Nutzung des öffentlichen Raums im Erdgeschossbereich so verändert werden kann, dass ein deutlicher Mehrwert entsteht.
Dieser Mehrwert kann dadurch geschaffen werden, dass durch die Verschiebung von Stellplätzen unter die Erdoberfläche Ausgleichsflächen für z.B. 32 fehlende Ersatzbaumpflanzungen beim Projekt von HochTief entstehen oder weitere Grünflächen. Auch wäre es denkbar, dass eine Schließung der Feinstraße vor dem Karlsgymnasium die Möglichkeit bietet, den Schulhof zu erweitern und den öffentlichen Raum um die Kirche weiterzuführen bis zum Rupert-Mayer-Platz, so dass die Marienkirche inmitten eines ordentlichen Stücks städtischen Raums steht.
Für eine Belebung des öffentlichen Lebens und zur Überwindung der Tübinger Straße als Barriere könnte auch eine gemeinsame Nutzung der alten Polizeistation Ecke Tübingerstraße / Silberburgstraße durch die WGV und das Karlsgymnasium stehen. Da die WGV darüber nachdenkt, hier ein Casino einzurichten, ist eine Kombination mit einer Mensa o.ä. denkbar. Die Verbindung Wirtschaft mit Schule könnte hier beispielhaft sein. Ein Miteinander anstatt ein Nebeneinander, direkt am Verbindungspunkt zwischen Park, Süd- und Innenstadt.
Die Aufwertung des öffentlichen Raums und die Belebung hängen aber auch noch von zwei weiteren Dingen ab. Wie gelingt es, den Erdgeschossbereich zu beleben und wie gelingt es, das Wohnen in der Stadt zu stärken? Nur die Anwesenheit von Bürgern in der Stadt beleben diese auch.
Dabei ist nicht nur die Stadt in der Pflicht, sondern auch die Investoren, die sich dadurch eine bessere Umgebung und damit eine bessere Adresse verschaffen.


Wir beantragen daher:

1.    Die Stadtverwaltung legt ein Konzept vor, wie der öffentliche Raum in der Tübinger Straße zwischen Paulinenbrücke und Silberburgstraße umgestaltet werden kann. Insbesondere im Hinblick auf die Frage, wie viele ebenerdige Stellplätze in diesem Bereich in die Tiefgarage des Projektes von HochTief verlegt werden könnten.

2.    Die Stadtverwaltung untersucht, wie die Wegeverbindung durch den öffentlichen Raum zwischen Eingang Innenstadt/Paulinenbrücke und Silberburganlage/Karlshöhe verbessert werden kann.

3.    Die Stadtverwaltung untersucht die „Erweiterung des Schulhofs“ des Karlsgymnasiums und die Erweiterung des öffentlichen Raumes vom Rupert-Mayer-Platz um die Marienkirche bis zum Karlsgymnasium unter Schließung der Feinstraße zwischen Tübinger Straße und Furtbachstraße.

4.    Der Investor erläutert im Ausschuss für Umwelt und Technik, warum seine Planung den vorgegebenen mindestens 20 %-igen Wohnanteil nicht einhält. Wir sehen weiterhin die Vorgaben des Wettbewerbs in diesem Zusammenhang als Zielsetzung.

5.    Die Stadtverwaltung prüft zusammen mit der WGV eine gemeinsame Nutzung der alten Polizeiwache, z.B. gemeinsam mit dem Karlsgymnasium als Mensa, Casino o. ä.


Werner Wölfle                                                       Alexander Kotz
Bündnis 90/DIE GRÜNEN Gemeinderatsfraktion    CDU-Gemeinderatsfraktion


Peter Pätzold                                                        Philipp Hill
Bündnis 90/DIE GRÜNEN Gemeinderatsfraktion    CDU-Gemeinderatsfraktion

 

Stellungnahme

Erl. im UTA
am 09.02.10
Nr. 45