Datum
14.10.2011
Antragsnummer
428/2011

Frühe Förderung von Familien - Weiterer Ausbau

Haushalt 2012/2013 - Finanzplanung bis 2016

Seit 2006 setzt die CDU-Gemeinderatsfraktion einen Schwerpunkt auf das Thema: „Frühe Hilfen für Familien“ bzw. wie jetzt in der GRDrs.435/2011 betitelt: „Frühe Förderung für Familien“. Der Ausstieg aus dem Landesprogramm Mutter und Kind, hatte uns veranlasst, auf einem "breiteren" Ansatz, Familien in schwierigen Überforderungssituationen und auch bei mangelnden Kenntnissen zu unterstützen.

Das Jugendamt hat im Juli dieses Jahres den 2. Sachstandsbericht über die Umsetzung des Konzepts Frühe Förderung vorgelegt. Der Bericht zeigt, dass wir mit den Stuttgarter Ansätzen ausgesprochen erfolgreich gestartet sind, wie mit den Willkommensbesuchen und dem Elternbegleitbuch, mit dem Ausbau der Familieninformation, mit den Elternbildungsangeboten oder den familienentlastenden Angeboten. In dieser Vorlage wird auch deutlich, dass einzelne Angebote weiter ausgebaut werden sollten, weil der steigende Bedarf mit den vorhandenen Ressourcen in den nächsten Jahren nicht abgedeckt werden kann.

Wir beantragen:

1.    Rucksackgruppen –  Ausbau der Elternbildung für Familien mit Migrationshintergrund
    Die Rucksackgruppen, angebunden an Kindertagesstätten, haben sich inzwischen zu einem sehr erfolgreichen Bildungsangebot entwickelt. Es fördert die Mehrsprachigkeit, stärkt die Erziehungskompetenz, fördert die Integration in den Stadtteilen und die Austauschmöglichkeiten zwischen den Eltern. Die Nachfrage nach diesem Angebot steigt ständig.
    Ausbau der Rucksackgruppen                         300.000 € p.a.

Für den Doppelhaushalt 2012/2013    600.000 €

    Wir bitten bis zur 2. Lesung um Vorlage eines Umsetzungskonzepts.

2.    Ausbau der Familienentlastung
    Im 2. Sachstandsbericht wird dargestellt, dass noch zu wenig Familienhebammen zur Verfügung stehen, gleichzeitig aber ein hoher Bedarf an Familienentlastenden Angeboten vorhanden ist und deshalb zusätzlich auch Familienkinderkrankenschwestern des Vereins häusliche Kinderkrankenpflege und Familienpflegerinnen der ev. und kath. Familienpflege in das Programm aufgenommen wurden. Das Jugendamt geht weiter davon aus, dass im nächsten Jahr weitere Familienhebammen zur Verfügung stehen.
    Die erste Zwischenauswertung hat deutlich gemacht, dass das Angebot derzeit vor allem an besonders belastete Familien vermittelt wird. Das bedeutet gleichzeitig, dass der präventive Ansatz des Angebots, nämlich Familien unbürokratisch zu unterstützen, und Familien, die noch nicht an das Hilfesystem angebunden sind, frühzeitiger zu erreichen, derzeit nur sehr begrenzt erfüllt wird.

1.    Die Verwaltung wird aufgefordert, aktiv auf Hebammen und Kinderkrankenschwestern zuzugehen, um ihnen das Stuttgarter Konzept vorzustellen und für die Zusatzqualifikationen zu werben

2.    Erhöhung des Budgets für familienentlastende Angebote
-    welcome – Haus der Familie
-    Sonnenkinder – Caritas Verband Stuttgart e.V.
-    Mirijam – Sozialdienst katholischer Frauen
    und weitere Angebote
    2013          50.000 €
    2014        100.000 €

3.    Beim Gesundheitsamt werden zwei weitere Stellen für Familienkinderkrankenschwestern geschaffen, um den steigenden Bedarf bei Risikofamilien abdecken zu können.

    2 Stellen    126.000 € p.a.

Für den Doppelhaushalt 2012/2013            402.000 €

3.    Kinderschutzzentrum Förderung Therapiezentrum für Kinder und Angebot Frühe Hilfen
    Das Kinderschutzzentrum ist ein wichtiger Träger im Bereich der Angebote "Für Frühe Hilfen" in Stuttgart. Durch den Wegfall von Projektmitteln kann das Angebot nur mit städtischer Unterstützung aufrecht erhalten bleiben.

    Anteilige Kosten ¼ einer 50% Stelle 2012        7.400 €
    Anteilige Kosten ½ einer 50% Stelle 2013      14.800 €

    Die Förderung des Therapiezentrums für Kinder muss mit anteiligen Kosten zur Einrichtung einer therapeutischen Frühinterventionsstelle künftig gefördert werden. 2/3 der Kosten werden durch Spenden finanziert.

    Frühinterventionsstelle (1/3 der Kosten )    112.500 € p.a.

Für den Doppelhaushalt 2012/2013            247.200 €

Frühe Förderung Gesamtsumme im Doppelhaushalt 2012/2013    1.249.200 €



Alexander Kotz    Iris Ripsam    Dr. Klaus Nopper
Fraktionsvorsitzender    stv. Fraktionsvorsitzende


Beate Bulle-Schmid    Philipp Hill