Datum
25.03.2011
Antragsnummer
128/2011

Gleichstellung der Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württembergs (DHBW) bei der Stadtverwaltung mit den städtischen Auszubildenden

DHBW-Studenten der Stadt Stuttgart erhalten laut Studien- und Ausbildungsvertrag eine Vergütung von monatlich 489,83 € im ersten Jahr, 521,49 € im zweiten Jahr und 553,21 € im dritten Studienjahr. Auszubildende hingegen werden nach dem Tarifvertrag für Auszubildende (TVAöD) bezahlt und erhalten eine Vergütung von monatlich 699,76 € im ersten Jahr. Da es keinen Tarifvertrag für die Studierenden in der Dualen Hochschule gibt, legen die Stadtverwaltungen und Betriebe die Vergütung eigenständig fest. Die Bezahlung der Studenten ist im HSK 1994 vom Gemeinderat auf 70 % der Tarifvergütung der Auszubildenden gedeckelt worden.

Verglichen mit bspw. der Stadtverwaltung in Mannheim schneidet die Landeshauptstadt deutlich schlechter ab. In Mannheim bekommen DHBW-Studenten im ersten Studienjahr 834,- €. Diese Vergütung wird in den folgenden Jahren, auch bei anderen Kommunen, jährlich um rd. 200,- € angehoben. Die Gemeinde Teningen erstattet ihren Studenten 60 % der Studiengebühren nach Abschluss mit der Note von 2,0. Auszubildende bei der Stadt Stuttgart bekommen nach bestandener Abschlussprüfung eine Prämie i.H.v. 400,- €; - auch dies bleibt den Studenten bei der Stadt Stuttgart bisher verwehrt.

Im Zuge der Erhaltung der Attraktivität der Stadt Stuttgart als Arbeitgeberin und angesichts der demographischen Entwicklung in der Stadtverwaltung sowie auf dem Arbeitsmarkt sollte die Deckelung aufgehoben werden, um die hier studierenden, jungen Menschen nicht an die Umlandgemeinden zu verlieren. Wir möchten, dass qualifizierte Schulabgänger ihr DHBW-Studium bei der Stadt Stuttgart beginnen, abschließen und der Stadtverwaltung erhalten bleiben. Die Studierenden sollen angemessen bezahlt werden und nicht geringer als städtische Auszubildende. Die Zugangsvoraussetzungen für ein DHBW-Studium verlangen einen guten Abiturabschluss und fordern während des Studiums hohes Engagement und Flexibilität, um die Vereinbarkeit zwischen Berufsleben und Hochschule sowie ein hohes Lernaufkommen zu meistern. Mit monatl. 489,83 € können Mietkosten, Fahrtkosten, Lebensunterhalt, Versicherung, Studiengebühren und Lernmittel unmöglich ohne weitere Unterstützung bezahlt werden.


Wir fragen die Stadtverwaltung:

1.    Wie viele DHBW-Studierenden haben in den letzten drei Jahren ihre berufliche Ausbildung bei der Stadt durchlaufen?

2.    Wie viele DHBW-Studenten sind in den letzten drei Jahren nach Abschluss ihres Studiums übernommen worden?

3.    Haben DHBW-Studenten während ihres dualen Studiums Anspruch auf BAföG?

4.    Mit welcher Begründung ist die Bezahlung von DHBW-Studenten auf 70 Prozent der Vergütung von städtischen Auszubildenden gedeckelt?

5.    Warum erhalten DHBW-Studenten nicht ebenso wie die Auszubildenden nach ihrem Abschluss eine Prämie?

6.    Welche Kosten würden der Stadt zusätzlich entstehen, wenn die DHBW-Studenten hinsichtlich ihrer monatlichen Vergütung und der einmaligen Prämie wie die Auszubildenden gestellt würden?
                


Alexander Kotz                   Rose von Stein
Fraktionsvorsitzender        Fraktionsvorsitzende
CDU-Fraktion                      FDP-Fraktion


            
Prof. Dr. Dorit Loos             Bernd Klingler
CDU-Fraktion                     FDP-Fraktion