Datum
14.10.2011
Antragsnummer
429/2011

Hilfen für Kinder

Haushalt 2012/2013 - Finanzplanung bis 2016

In Stuttgart sind bei Polizeieinsätzen gegen häusliche Gewalt in über 65% der Fälle Kinder betroffen. Kinder, die in ihrer Familie Gewalt als Konfliktlösungsmuster kennen gelernt, Gewalt selbst erlebt oder beobachtet haben, neigen später dazu, selbst gewalttätig zu sein beziehungsweise Opfer von Partnergewalt zu werden. Um diesen Gewaltkreislauf zu durchbrechen, gibt es in Stuttgart hierzu seit 2005 vom Kinderschutz-Zentrum, von der Landeshauptstadt Stuttgart und vom Verein Frauen helfen Frauen e.V. drei aufeinander abgestimmte Projekte für Kinder, die seit 2008 von der Landeshauptstadt Stuttgart dauerhaft gefördert werden.

Kinderschutz-Zentrum

Das Kinderschutz-Zentrum wird seit 2008 mit 0,5 Stellenanteil TVöD 10 für die therapeutischen Kindergruppen von der Landeshauptstadt Stuttgart gefördert. Da sich die STOP-Fälle deutlich erhöht haben. ist eine Aufstockung des 0,5 Stellenanteils notwendig, da die meisten STOP-Kinder aus Multiproblemfamilien stammen, die einen deutlichen zeitlichen Mehraufwand in der Betreuung erfordern.

Zusätzlich werden die Mütter parallel zur Kindergruppe nun intensiver begleitet, um den Erfolg der Therapie zu gewährleisten. Die Kosten belaufen sich für eine Gruppe auf ca. 7.500 €. Notwendig sind zwei Gruppen im Jahr, da sowohl für die therapeutischen Gruppen als auch für die Einzelberatung Wartelisten bestehen.

Arbeit am Tonfeld®, Fraueninterventionsstelle Landeshauptstadt Stuttgart

Bei der Arbeit am Tonfeld®, ein kunsttherapeutisches Angebot für von häuslicher Gewalt betroffene Kinder, geht es um eine Aufstockung des Angebots von zwei auf drei Nachmittage und ein damit einhergehender Abbau der Warteliste.

Mädchengruppen, Frauen helfen Frauen e. V.

Die Mädchengruppe wird von einer fest angestellten Mitarbeiterin der Fraueninterventionsstelle von Frauen helfen Frauen e. V. durchgeführt, die dafür ihren Stellenanteil um 17,4% aufgestockt hat. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Pädagogin, die die Mädchengruppen anbietet, unbedingt eine Anbindung an ein Team und an eine Einrichtung benötigt.

Um den Erfolg der wirkungsvollen Gewaltprävention zu erhalten, müssen die finanziellen Mittel bei allen drei Maßnahmen an den Bedarf angepasst werden.

Wir beantragen daher:
-    Eine Erhöhung der laufenden Zuschüsse für das Kinderschutz-Zentrum, wie in unserem Antrag "Frühe Förderung von Familien - weiterer Ausbau" detailliert aufgeführt
-    eine Erhöhung der laufenden Zuschüsse für die STOP Arbeit am Tonfeld® um 7.900 €/p.a.
-    eine Erhöhung der laufenden Zuschüsse für die Mädchenarbeit von Frauen e. V. um 7.200 €/p.a.

Somit sind in den Doppelhaushalt 2012/2013 Mittel in Höhe von 73.000 € einzustellen




Alexander Kotz    Prof. Dr. Dorit Loos    Iris Ripsam
Fraktionsvorsitzender        stv. Fraktionsvorsitzende