Datum
31.03.2011
Antragsnummer
131/2011

HSK 2012/13: Schätze bei den Ausgaben für die Grünlandpflege heben!

In der Stadt Brighton and Hove (256300 Einwohner) in Großbritannien setzt die Stadtverwaltung seit 2009 zum Grasmähen 1200 Schafe aus örtlichen Bauernhöfen ein. Da die Schafe beaufsichtigt werden müssen, wurde ein Trainingsprogramm für Freiwillige aufgelegt, die die Schafe für jeweils eine Stunde in der Woche hüten. Dieses Programm wird von Berufsschäfern angeleitet und ist so erfolgreich, dass Wartelisten von Freiwilligen geführt werden müssen.

Die Pflege der Grünflächen kostet die Stadt jährlich 25.000 £, das städtische Schäferprogramm beläuft sich auf £1.800. Durch den Einsatz der Schafe spart die Stadt also £23.200, das entspricht nach heutigem Kurs 1 € = 0,8698 £ knapp 27.000 €.

Abgesehen von der Einsparungsmöglichkeit führt das Projekt dazu, dass Großstadtkinder wieder näher an die Natur geführt werden und dass sie Schafe als lebendige Tiere wahrnehmen, die außer ihrer Woll-, Fell- und Fleischverwertung einen Nutzen als Landschaftspfleger haben.

Wir fragen die Stadtverwaltung:

1.    Wieviel Hektar Grünfläche gibt es in der Stadt und wie groß ist der Anteil, der sich für das Abgrasen durch Schafe eignet?

2.    Wie hoch sind die derzeitigen Kosten der Grünflächenpflege?

3.    Wie hoch sind die Kosten der notwendigen Kurse zur Anleitung zum Schafehüten?

4.    Welche Chancen sieht die Verwaltung zur Akquirierung von EU-Fördermitteln im „Europäischen Jahr des Ehrenamts“ 2011 für die Bewerbung und Umsetzung des Trainingsprogramms?

5.    Welcher wirtschaftliche und ökologische Nutzen ergibt sich aus dem positiven Begleitumstand, dass die Schafe die Grünflächen auf natürliche Weise düngen?

6.    Wie bewertet die Verwaltung den verkehrlichen Nutzen des Projektes im Hinblick auf die Verlangsamung des Straßenverkehrs durch das Treiben der Schafe zu den zu pflegenden Plätzen?

7.    Wie bewertet die Verwaltung den ideellen Nutzen des Projektes im Hinblick auf Tierliebe und Naturschutz?

8.    Wie groß werden die Erfolgsaussichten der Antragstellung auf Förderung des Gesamtprojektes seitens der EU, des Bundes und/oder des Landes insbesondere unter dem Aspekt "best practises" aufgrund der synergetischen Verzahnung von Wirtschaft/Umwelt/Bürgerliches Engagement eingeschätzt?

Die Verwaltung berichtet im Wirtschaftsausschuss am 1. April.




Prof. Dr. Dorit Loos              Fritz Currle      Ursula Pfau