Datum
09.05.2011
Antragsnummer
185/2011

Keine verlässliche Kinderbetreuung – Negative Auswirkungen auf Unternehmen

Die Klagen aus den Unternehmen reißen nicht ab: Immer zahlreicher hören wir Stimmen aus der Wirtschaft, Probleme bei der Kinderbetreuung in städtischen Einrichtungen führen zu Schwierigkeiten in einer Vielzahl von Unternehmen.
Es geht darum, dass aus unterschiedlichsten Gründen, die beauftragte Kindertageseinrichtung ihren Auftrag der Betreuung gar nicht, oder nur unzureichend erfüllt. Die Gründe reichen von kranken Mitarbeiterinnen, über Schließzeiten wegen Krankheiten der Kinder bis hin zum Streik. Die Konsequenz daraus ist oft, dass die Mutter oder der Vater ihrer Arbeit nicht nachgehen können, sondern das sie jemanden beauftragen müssen oder sie die Kinder selbst betreuen. Für viele Unternehmen ist es unverständlich, dass die Stadt als „Leistungserbringer“ hier keine adäquaten Ersatzpläne für solche Fälle vorhält, und die Problemlösung einfach in die Unternehmen verschiebt.  
„Wenn ich bei Krankheit von Mitarbeitern meinen Kunden gegenüber ebenfalls so mit Leistungsentzug reagieren würde, gäbe es mein Unternehmen vermutlich nicht mehr am Markt“ so kürzlich ein verärgerter Betriebsinhaber. Und tatsächlich gibt es ja auch im „Konzern Stadt“ Beispiele dafür, dass es besser geht. Wir können uns nicht erinnern, dass wegen der Krankheit eines Mitarbeiters einmal einfach eine Stadtbahnlinie der SSB nicht fuhr. Wir wollen ein kinderfreundliches Stuttgart, dazu gehört aber auch, dass Eltern und deren Arbeitgeber sich auf Angebote, für die die Eltern ja auch bezahlen, verlassen können müssen.

Vor diesem Hintergrund beantragen wir, das Thema auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen des Ausschuss für Wirtschaft & Wohnen zu setzen, und zu folgenden Fragestellungen zu berichten:

1.)    Wie häufig kann die beauftragte Kinderbetreuung an städtischen Einrichtungen nicht gänzlich erfüllt werden, und was sind die Gründe hierfür?

2.)    Wie liegt Stuttgart in dieser Frage im Vergleich mit anderen Großstädten?
 
3.)    Welche Möglichkeiten gibt es, diese Ausfallzeiten zu reduzieren?

4.)    Gibt es aus dem Bereich anderer Träger von Kindertageseinrichtungen positive Beispiele, die bisher bei der Stadt nicht angewandt werden?

5.)    Inwieweit ist es Eltern möglich, bei Ausfall des städtischen Betreuungspersonals, die Betreuung kurzfristig in Eigenregie in den städtischen Räumen durchzuführen?
    
6.)    Bitten wir um einen Bericht eines Wirtschaftsverbandes (z.B. IHK oder Hotel- und Gaststättenverband), welche Probleme und Konsequenzen die genannten Schwierigkeiten für die Unternehmen haben. Weiterhin, inwieweit den Unternehmen wichtige Mitarbeiterinnen nicht zur Verfügung stehen, weil diese erst gar keinen Betreuungsplatz für ihr Kind erhalten.
        


Alexander Kotz                  Joachim Rudolf                Fabian Mayer
Fraktionsvorsitzender


Fritz Currle