Datum
31.10.2011
Antragsnummer
830/2011

Wenn man zu schnell im "Kreis fährt" kann auch eine "Schnecke" eine erhöhte Gefahrenquelle sein: Der Kreisverkehr am Dürrbachplatz in Hedelfingen

Mitte der letzten Jahrzehnte hat man sich im Bezirksbeirat Hedelfingen und im Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) sehr intensiv - auch nach einem durchgeführten Verkehrsversuch - mit dem Rückbau der Rohrackerstraße auf zwei Fahrspuren beschäftigt. Dieser Versuch war erfolgreich und es kam zum Beschluss, diese Straße auf zwei Spuren zurückzubauen. Wie sich seither zeigte, war dies eine richtige Entscheidung.

Im Zuge der damaligen Diskussionen wurde gewünscht, den Dürrbachplatz in einen Kreisverkehr umzugestalten. Dies war eine längere Entscheidungsprozedur, denn es sollte nur eine Lösung in Frage kommen, die insbesondere in den morgendlichen Spitzenstunden keinen langen Verkehrsrückstau Richtung Heumaden "produziert".
Der Verkehr sollte schnell und weniger gefährlich in diesem Bereich "fließen". Mehrere Varianten wurden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Verkehrsplanung und Verkehrsleittechnik Stuttgart untersucht und abschließend beurteilt:

Ein normaler einspuriger Kreisverkehr,

einer mit der Variante "Bypass" und

einer in der Form einer "Schnecke" mit teilweiser Doppelspur (aus Richtung Heumaden)

Schon damals sahen wir bei der angedachten Lösung "Schneckenkreisverkehr" Sicherheitsprobleme, die jedoch von den Experten des o.a. Instituts nicht geteilt wurden. Im Gegenteil: Nach Meinung der Experten seien die "Sicherheitsaspekte hier besser als bei den anderen überlegten Lösungen", so stand es damals im Protokoll der UTA-Sitzung vom 07.03.2006.

Diese Annahme hat sich wohl so nicht bestätigt. Dieser Kreisverkehr in Schneckenform hat sich nach Angaben der Stadtverwaltung und der Polizei zum Unfallschwerpunkt entwickelt. Hauptursache hierfür sei die zweispurige Durchfahrt von Heumaden kommend in Richtung Neckar.

Seit Wochen läuft ein (erneuter) Verkehrsversuch. Und zwar wurde der bisherige zweispurige Teil des "Schneckenkreisels" auf eine Fahrspur umgestellt. Dies zunächst probeweise durch neue Fahrbahnmarkierungen, Baken und Schilder. Der Versuch, über den der Bezirksbeirat Hedelfingen informiert wurde, soll etwa ein halbes Jahr laufen.

Eigentlich hätte darüber auch im UTA berichtet werden sollen. Wir beantragen deshalb, dass

im UTA etwa zu "Halbzeit" und am Ende dieses Verkehrsversuchs über die (Vor-) Ergebnisse informiert wird.

Wichtig ist vor allem eine Reduktion der Unfallgefahr bei Einfahrt, im und bei Ausfahrt dieses Kreisels. Es interessiert dabei vor allem die Frage, ob und welche Unfälle es während des Verkehrsversuchs gab. Danach geht es auch um die Frage, wie sich der Verkehrsfluss aus Richtung Heumaden durch die einspurige Durchfahrt gerade in den täglichen Spitzenzeiten gestaltet und ob sich tatsächlich ein solcher Rückstau bildet, wie vor Bau des Kreisels von den Experten prognostiziert wurde.

 

Dieter Wahl            Fritz Currle            Philipp Hill

 

Stellungnahme

Der bestehende Kreisverkehr am Dürrbachplatz in Stuttgart-Hedelfingen wurde 2011 versuchsweise auf einen einstreifigen Kreisverkehr zurückgebaut.

Während der Versuchszeit ist zu beobachten, wie sich die Unfallzahlen aber auch die Verkehrsmengen und Rückstaulängen entwickeln. Daher wurden seit Einrichtung des Versuchs mehrere Verkehrszählungen durchgeführt und Rückstaulängen erfasst. Zudem wird das Unfallgeschehen beobachtet.

Die Auswertung der Erhebungsdaten ist im Frühjahr 2012 geplant. Eine Berichterstattung kann voraussichtlich im Mai/Juni 2012 erfolgen.

Auch die geforderte Information über vorläufige Ergebnisse bedarf einer aussagekräftigen Datengrundlage und deren sorgfältigen Auswertung. Auf Grund der hohen Projektauslastung ist dies zeitnah leider nicht leistbar.





Dr. Wolfgang Schuster