Datum
27.04.2012
Antragsnummer
131/2012

Gelbe Karte als App

Was bis vor nicht allzu langer Zeit auf Papier geschrieben oder gedruckt wurde, ist inzwischen zu großen Teilen auch elektronisch vermittel- und verfügbar, was einer wesentlich schnelleren und direkteren Informations- und Kommunikationsform gleichkommt. Ist bisher etwa eine Bestellung aus dem gedruckten und versandten Katalog über ein bestimmtes Formular auf dem Postweg erfolgt, so werden diese Schritte heute in der Regel online unternommen. Zum drahtlosen online-Angebot gehören auch die applications,kurz Apps, womit die unterschiedlichsten Anwendungsprogramme gemeint sind, die man aufs Smartphone herunterladen kann, um sich in einer bestimmten Sache zu informieren oder etwa um eine Bestellung aufzugeben.

In Stuttgart gibt es seit vielen Jahren das bewährte Beschwerdesystem für Bürger mittels der so genannten Gelben Karte. Mit ihr kann man Ideen Anregungen, Beschwerden oder Fragen per E-mail (das Formular ist ins Netz gestellt), Fax oder Post an die Stadtverwaltung schicken, wo sie vom Gelbe Karte Team bearbeitet werden. Auch telefonisch können die Beschwerden dort vorgebracht werden.

Inzwischen wird diese Art von Beschwerdedienst aber auch als App angeboten. Kommunen praktizieren bereits dieses Beschwerde- und Ideenmanagement. Das bedeutet, der Bürger kann mit seinem Smartphone ein Foto vom Stein des Anstoßes schießen (z.B. der Müllhaufen an der Straßenecke, der da nicht hingehört), es mit ein paar Zeilen kommentieren und ab geht es damit direkt an die Stadtverwaltung zur zuständigen Beschwerdestelle. Registrierte Nutzer können die Meldung einsehen und kommentieren – Verwaltung und Bürger stehen im Dialog.

Dies ist sicherlich eine Kommunikationsart, die schnell, und unter dem Aspekt praktizierter Bürgerbeteiligung direkt und unkompliziert ist und deshalb lohnenswert erscheint, genauer betrachtet zu werden.

Wir beantragen bei der Stadtverwaltung, Auskunft darüber zu geben,

1)    ob Überlegungen bestehen, das Gelbe Karte System um ein App zu erweitern;

2)    wie die Einschätzungen über die Tauglichkeit eines solchen Apps einerseits in Bezug auf die Verbesserung des Ideen- und Beschwerdemanagements und andererseits in Bezug auf die Möglichkeit ist, Dinge, die den Einzelnen in seiner Stadt bewegen, effektiv einzubringen (Stichwort Bürgerbeteiligung);

3)    ob mit der vereinfachten sowie transparenten Kommunizierung einer Anregung oder Kritik auch eine vereinfachte bzw. effizientere Bearbeitung seitens der Verwaltung einhergehen würde.




Alexander Kotz            Iris Ripsam                      Jürgen Sauer
Fraktionsvorsitzender stv. Fraktionsvorsitzende stv. Fraktionsvorsitzender