Datum
22.03.2013
Antragsnummer
151/2013

Abriss Auffahrtsrampe Friedrichswahl

- Zuffenhausen optimal von Luftschadstoffen entlasten

Von der Innenstadt kommend steht an der Pforte von Zuffenhausen ein monströses Verkehrsbauwerk. Die Auffahrtsrampe Friedrichswahl wurde geplant und gebaut, als ein ganz anderes Verkehrskonzept für den Stuttgarter Norden umgesetzt werden sollte. Das zwischenzeitlich entwickelte Verkehrskonzept aber macht das bestehende Auffahrtsbauwerk in dieser Art überflüssig, ja sogar unsinnig.

Mittlerweile gibt es Planungen dazu, wie das "große Ohr" abgerissen und durch eine gerade Auffahrtsrampe ersetzt werden kann. Herausforderung eines solchen neuen Bauwerks ist die kreuzungsfreie Führung von Straße und Stadtbahn. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, dass die Straße über die Stadtbahntrasse geführt wird oder unter der Stadtbahntrasse hindurch. Wichtig ist, dass beide Varianten eine Zukunftsoption für eine Fortführung der Bundesstraße durch Zuffenhausen in einem Tunnel ermöglicht.

Am 21.07.2009 wurde die Variante 6 (oberirdische Führung der Straße über die Stadtbahn hinweg) der Vorlage GRDrs 139/2009  "Umbau Knotenpunkt B 10/27 Friedrichswahl" mit den Stimmen von CDU, SPD, FW, und FDP beschlossen. Am 05.03.2013 wurden auf Antrag der Grünen die Varianten 6 und 8b (unterirdische Führung der Straße unter der Stadtbahn hindurch und dann steiler Anstieg auf das vorhandene Straßenniveau) erneut von der Verwaltung vorgestellt. In einer Matrix wurde die Bewertung der Vor- bzw. Nachteile aus Sicht der Stadt dargestellt. Wesentlich neue Erkenntnisse wurden allerdings nicht vorgebracht.

In der Diskussion wurde deutlich, dass neben der städtebaulichen Verbesserung, insbesondere die Reduzierung der Luftschadstoffe in dem vom Verkehr stark belasteten Bereich von Zuffenhausen das zentrale Argument für eine Investition von ca. 30 Mio. Euro ist und sein muss. Durch die Reduzierung der Fahrstrecke um 18.400 km/Tag (460 m x 40.000 Kfz/Tag) ergibt sich eine jährliche Ersparnis von 1,0 Tonne Feinstaub und 5,7 Tonnen NOx – so die Berechnung der Verwaltung.

Die Varianten 6 und 8b unterscheiden sich aber in ihrer Entlastungswirkung. Bei der Variante 8b ist eine erheblich steilere Straßenführung notwendig, mit der Konsequenz eines höheren Energieverbrauchs und damit verbundenen höheren Luftschadstoffbelastungen direkt vor Ort. Diese Erkenntnis war bereits am 21.07.2009 Grundlage der Diskussion. Dieser Sachverhalt wird jetzt aber von der Fraktion Die Grünen beiseite geschoben und das Tieferlegen der Stadtbahn auf wenigen Metern Schienenstrecke als großer Nachteil dargestellt, verbunden mit der Forderung, die Variante 8b zu realisieren.


Wir beantragen:

1.    Die Verwaltung möge die zwei Varianten hinsichtlich der Entlastungswirkung beim Energieverbrauch und der lokal emittierten Luftschadstoffe gegenüberstellen.

2.    Bei der Frage zur Barrierefreiheit ist offen geblieben, wie diese bei einer abgesenkten Stadtbahn letztlich ermöglicht wird. Wir bitten, diese Frage mit der SSB zu klären und um planerische Darstellung.

3.    Die in den letzten Jahren verbesserte Technik macht es der SSB möglich, die Strecken für das Absenken bzw. Anheben der Gleise zu verkürzen. Die SSB möge bitte die Auswirkungen der Variante 6 auf den Betrieb der Stadtbahn darlegen. Es sind auch die zu erwartenden Fahrgastbewegungen (Ein- und Ausstieg) darzulegen.

                
Philipp Hill            Alexander Kotz           Beate Bulle-Schmid
                            Fraktionsvorsitzender

    
Helga Vetter        Sabine Mezger