Datum
18.03.2013
Antragsnummer
137/2013

Elternbedürfnisse respektieren - Flexibilisierung bei den Ganztagesgrundschulen und Betreuungsangebot für Halbtagesschulen umsetzen und Bewährtes fortsetzen

In der Mitteilungsvorlage 134/2013 stellt die Verwaltung die Möglichkeit flexiblerer Schulkindbetreuung an Ganztagesgrundschulen und die damit verbundenen Kosten dar.

Die Ganztagesgrundschule nach dem seitherigen Modell endet um 16 Uhr. Der Vorschlag, die Ganztagesgrundschule bis 15 Uhr zu begrenzen und bis 16 Uhr auf freiwilliger Basis unter Fortführung der Landesfinanzierung weiterzuführen, ist ein Wunsch und müsste von der Landesregierung im Schulgesetz erst noch verankert werden. Bis dies umgesetzt wird, geht wahrscheinlich noch viel Zeit ins Land. Trotzdem unterstützen wir diese Forderung und bitten die Verwaltung, entsprechende Gespräche mit dem Kultusministerium zu führen. Unterstützt wird von uns auch die Forderung der FDP-Gemeinderatsfraktion, an (teil-) gebundenen Ganztagesgrundschulen für Halbtagesklassen die Verlässliche Grundschule um eine Stunde bis 15 Uhr auszudehnen. Beide Forderungen gehen in die Richtung unseres Antrags „Betreuungsangebote für Grundschulkinder - Wahlfreiheit bedeutet auch alternative Angebote“ (Antrag 51/2013), der leider im Gemeinderat keine Mehrheit fand.

Seit mittlerweile acht Jahren bietet die Stadt mit ihrem Programm der „Außerschulischen Bildung und Betreuung“ ein Modell an, dass Flexibilität in der Nachmittagsbetreuung gewährleistet. Im Schuljahr 2010/2011 nahmen 99 Stuttgarter Schulen daran teil, darunter 49 Grund- und Hauptschulen. Die CDU-Gemeinderatsfraktion hat dieses Modell von Anfang an unterstützt, weil damit eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und eigenverantwortlicher Betreuung umgesetzt werden kann. Schulen können in Eigenregie und mit der Unterstützung des Schulverwaltungsamtes durch ehrenamtliche Kräfte oder Vertreter von Vereinen und Organisationen aus den Bereichen Sport, Jugendhilfe, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft ihr Nachmittagsangebot individuell gestalten. Da viele der Schulen gute Erfahrungen mit diesem bereits eingeführten System gemacht haben, besteht die Chance, den Wünschen der Grundschuleltern nach individueller Betreuung ihrer Kinder nachkommen zu können.

Wir sehen dieses Programm als einen wichtigen Baustein des Betreuungsangebotes an unseren Grundschulen. Wir beantragen entgegen der bisherigen Beschlusslage dieses Programm weiter fortzuführen und beantragen:

1.)    Das Modell der „Außerschulischen Bildung und Betreuung“ kann an den Halbtageszügen der Grundschulen entweder fortgesetzt und ausgebaut werden oder - falls in Einzelfällen noch nicht vorhanden - in Zukunft eingesetzt werden.

2.)    Das Modell wird je nach Bedarf täglich bis 17 Uhr angeboten. Die Verwaltung teilt mit, ab welcher Schülerzahl das Programm seither umgesetzt wurde (Mindestbeteiligung).

3.)    Die Verwaltung zeigt im Verwaltungsausschuss die Kosten für die Fortführung und den Ausbau dieses Modells auf.

4.)    Wir behalten uns ausdrücklich die Beantragung einer weiteren Ausdehnung der verlässlichen Grundschule für das Schuljahr 2014/2015 im Lichte der Erfahrungen des kommenden Schuljahres vor.
Deshalb fragen wir die Verwaltung, wie eine solche Ausweitung organisatorisch und finanziell zu bewältigen wäre, wenn für die Schülerinnen und Schüler die Betreuung im Rahmen der verlässlichen Grundschule bis 17 Uhr an fünf Tagen pro Woche angeboten würde?

            
Alexander Kotz                Iris Ripsam                          Fred-Jürgen Stradinger
Fraktionsvorsitzender     stv. Fraktionsvorsitzende    stv. Fraktionsvorsitzender

 

STELLUNGNAHME

Erl. im VA am 20.03.2013 Protokoll-Nr. 79