Datum
17.05.2013
Antragsnummer
225/2013

Neun Fragen zum "Erinnerungsort Hotel Silber"

Vor knapp einer Woche fand auf Einladung des Landes im Neuen Schloss der zweite Runde Tisch zur Einrichtung des „Erinnerungsorts Hotel Silber“ in der Dorotheenstraße statt. Neben aktuellen konzeptionellen Überlegungen wurden dabei auch Fragen zur Trägerschaft, zur Organisation, zum Personal sowie den Kosten angesprochen. Und es wurde vereinbart, dass es bis spätestens nach der Sommerpause ein weiteres Treffen geben soll, bei dem über die Ergebnisse der Gespräche mit der Stadt Stuttgart hinsichtlich einer vorgesehenen Kostenbeteiligung berichtet werden soll.

Wir halten diese Gespräche angesichts der bereits in den kommenden städtischen Haushaltsberatungen notwendigen Entscheidung für dringend notwendig und beantragen, dass die Stadtverwaltung in diesem Zusammenhang folgende Fragen klärt:

1.)    Wie beteiligen sich andere Städte bundesweit bei vergleichbaren Gedenkstätten sowohl in organisatorischer wie auch in finanzieller Hinsicht?
2.)    Wie sieht diese Beteiligung der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg bei immerhin 85 Gedenkstätten und musealen Erinnerungsorten aus, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen?
3.)    Wie sieht der Fahrplan des Landes bis zur Einweihung des geplanten Erinnerungsortes aus und wie könnte eine möglicherweise schrittweise Umsetzung ablaufen?
4.)    Welche räumlichen, konzeptionellen und personellen Überlegungen liegen den in einer aktuellen Pressemitteilung des Landes genannten Kosten (Umbau- und Sanierung: 3 bis 5 Mio. Euro, Erstausstattung: rund 2,5 Mio. sowie laufende jährliche Betriebskosten in Höhe von knapp über 1 Mio. Euro) zugrunde?
5.)    An welchen dieser Kosten soll sich die Stadt in welcher Höhe beteiligen?
6.)    Wie sehen bei finanzieller Beteiligung die Mitspracherechte für die Stadt bei der Entwicklung und nach der Eröffnung des Erinnerungsortes aus?
7.)    Wie sehen die inhaltlichen Ideen zu einem Lernort speziell für Schulklassen dort aus und wie sollen sie räumlich und personell umgesetzt werden?
8.)    Wie wird sichergestellt, dass es bei der Umsetzung der Überlegungen für Dauer- und Wechselausstellungen nicht zu Überschneidungen mit den Plänen dafür im benachbarten Stadtmuseum im Wilhelmspalais kommt?
9.)    Wie wird sichergestellt, dass bei der Umsetzung der Konzeption sämtliche bauliche Auflagen des Brandschutzes (Stichwort „zweiter Fluchtweg“) erfüllt werden?

                    
Jürgen Sauer                                    Alexander Kotz
stv. Fraktionsvorsitzender                Fraktionsvorsitzender