Datum
01.03.2013
Antragsnummer
112/2013

Runder Tisch zum Thema „Stuttgarter Weinberge in Steillagen“

„Stuttgart, die Großstadt zwischen Wald und Reben“ – mit diesem Slogan wurde vor über 50 Jahren schon und wird heute wieder zu recht in aller Welt für unsere Stadt geworben. Die Weinberge sind landschaftsprägend für das Stadtgebiet Stuttgarts – sie strahlen mediterranes Flair und Lebensgefühl bis in die Innenstadt hinein aus.

Was die in Terrassen angelegten Steillagenweinberge angeht, oft an markanten Stellen wie etwa an so mancher Einfallstraße nach Stuttgart liegend, ist allerdings zunehmender Verfall aufgrund des Zerfalls der Hang sichernden Trockenmauern unverkennbar. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der spezifischen Stuttgarter Weinkultur ist der Fortbestand dieser terrassierten Hänge aber wichtig, wofür ein guter Bau von Natursteinmauern unerlässlich ist. Nur dann können die in diesen extremen Lagen sich befindenden Weinberge fachgerecht bewirtschaftet werden. Auch die durch die Trockenmauern bedingten Vorzüge für Fauna und Flora sprechen für die richtige Pflege dieser naturnahen Bauten.

Die spezielle Handarbeit, welche überaus mühselig und zeitaufwendig ist, kann jedoch nur von Spezialisten und den Weingärtnern selbst verrichtet werden. Dabei rechnet sich der erforderliche hohe Arbeitsaufwand betriebswirtschaftlich bei weitem nicht, so dass demzufolge bei weiter abnehmender Pflege die Weinberge und Mauern zunehmend verkommen und sich der Landschaftscharakter entsprechend negativ verändert.

Diese Negativentwicklung ist bedauerlich, auch deshalb, weil die unweit von Stadtzentrum und Stadtteilzentren gelegenen Weinberge (ca. 200 Hektar) beliebte Naherholungsgebiete sind. Vergegenwärtigen muss man sich darüber hinaus, dass diese Weinberge aus Werbebroschüren und Tourismuspräsentationen der Stadt nicht wegzudenken sind.

Aus sämtlichen genannten Gründen ist deshalb die Erhaltung der Trockenmauern und damit der Weinberg-Spitzenlagen in Stuttgart auf Dauer sicherzustellen.

In diesem Zusammenhang beantragen wir:

·    Es ist ein Konzept von effektiven Maßnahmen und Anreizen zur Erhaltung der die Stadt prägenden Landschaft mit ihren Weinanbaugebieten zu erarbeiten, wofür das Instrument eines Runden Tisches als Ziel führend erscheint. Teilnehmen daran sollten Vertreter/innen aller Institutionen, die für die Zielerreichung maßgeblich sind – von den Weingärtnern über den Landschafts- und Denkmalschutz, das Referat Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen (Ref. WFB), das Referat Städtebau und Umwelt, das Regierungspräsidium bis hin zu Stuttgart Marketing.

·    Unter der Federführung der Stadtverwaltung (Ref. WFB) wird zeitnah ein Runder Tisch „Erhaltung der Stuttgarter Weinberge in Steillagen“ ins Leben gerufen.


    
Fritz Currle            Beate Bulle-Schmid