Datum
16.04.2013
Antragsnummer
175/2013

Wie können Unternehmen und Stadt dem demografischen Wandel gemeinsam aktiv begegnen?

Der demografische Wandel wirkt sich in verschiedenerlei Hinsicht mit dauerhaften Veränderungen auf die unterschiedlichen Gesellschaftsbereiche aus. Dies macht sich auf kommunaler Ebene bei den Kindergärten, Schulen, Altenpflegeheimen, Freizeitangeboten usw. und den jeweiligen Infrastrukturen bemerkbar. Auch auf die Wirtschaft wird sich der demografische Wandel verstärkt auswirken, wobei die daraus sich ergebenen Folgewirkungen schwer vollumfänglich einschätzbar sind.

Deutlich wird allerdings schon jetzt der Fachkräftemangel, unter dem die Unternehmen leiden. So hält eine Umfrage der IHK Region Stuttgart in ihren Ergebnissen von 2011 u.a. fest, dass rund 80 Prozent der befragten Unternehmen die Auswirkungen des demografischen Wandels spüren, und zwar in Form von geringerer Verfügbarkeit von Fachkräften.

In der Konsequenz bedeutet das, dass die Unternehmen weniger Umsatz machen oder sich zu Verlagerungen gezwungen sehen und dementsprechend weniger Gewerbesteuer in den Stadtsäckel fließt und damit wiederum weniger Finanzmittel für Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung stehen. Aufgrund weniger verfügbarer Mittel müssen Investitionen zurückgestellt werden, was sich für die Stadt im Standortwettbewerb mit anderen Städten letztlich negativ auswirken würde.

Diese Korrelation bzw. Interdependenz von Unternehmertum bzw. Wirtschaft einerseits und kommunalen Finanzen und Projekten andererseits ist in ihrer Tragweite durchaus bedeutsam.

Wir fragen in diesem Zusammenhang:

1.)    Inwieweit erfasst die Demografiestrategie in Stuttgart – bestehend aus dem Generationenvertrag und dem Stadtbezirksansatz – den Bereich Wirtschaft / Unternehmen, mit welchen Schlussfolgerungen und konkreten Maßnahmen?

2.)    Um sich verschiedene Einrichtungen und sonstige bauliche Maßnahmen leisten, die Stadt also für die Menschen, insbesondere für Familien attraktiv halten zu können, sind Arbeitsplätze, sprich Unternehmen und daraus sich generierende Gewerbesteuern für Infrastrukturmaßnahmen unabdingbar. Wie können unter diesem Aspekt Gewerbegebiete erhalten und weiterentwickelt werden?

3.)    Gibt es aus anderen Städten und aus interkommunalen Netzwerken der Bereiche Demografischer Wandel und Wirtschaftsförderung Erkenntnisse, wie in diesem Kontext die Wirtschaft, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen durch die Stadtverwaltung effektiv unterstützt werden können?

4.)    Liegen bereits erste Ergebnisse aus dem städtischen Förderprojekt SIA (Stuttgarts Innovative Arbeitgeber) vor? Die Frage bezieht sich v.a. auf das zentrale Thema, wie Unternehmen dem demografischen Wandel begegnen und inwieweit der Aufbau eines Netzwerks als Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch diesen Aspekt berücksichtigt.

5.)    Bestehen seitens der Unternehmen oder deren Verbände bereits Vorschläge, wie aus ihrer Sicht mit Hilfe der Stadt Stuttgart mit bestimmten Maßnahmen das Problem des Mangels an Fachkräften vor dem Hintergrund des demografischen Wandels abgemildert werden kann?

6.)    Wie sehen innovative Ansätze für ein auch in Zukunft gedeihliches Miteinander von Stadtverwaltung und Gewerbe aus, um gemeinsam bei der sich abzeichnenden demografischen Entwicklung die Attraktivität der Stadt und des Wirtschaftsstandorts Stuttgart zu erhalten?

7.)    Inwieweit bestehen für den Gesamtkonzern Stadt Stuttgart Handlungsansätze, wie vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Zukunft ausreichend Fachkräfte rekrutiert werden können und wie gemeinsam mit Partnern die Dynamik des hiesigen Wirtschaftsstandorts beibehalten werden kann?



Joachim Rudolf                   Fritz Currle                  Uli Endreß                    Prof. Dr. Dorit Loos