Datum
01.10.2014
Antragsnummer
268/2014

Abwasser als Energielieferant

- Was tut sich in Stuttgart?

Um die Energiewende zum Erfolg zu führen, ist das Potenzial vieler verschiedener erneuerbarer Energieträger zu erschließen. Es zählt demnach die Gesamtheit derselben, sowohl was die Erschließung als auch was die Verwendung dieser Energien angeht. Selbstredend ist dabei das jeweilige Potenzial der einzelnen umweltfreundlichen Energieressourcen hinsichtlich ihrer Erschließbarkeit  sowie ihrer Nutzbarkeit unterschiedlich.

Grundsätzlich liegt das zukunftsträchtige Energiepotenzial in Wind, Sonne und Wasser. Bekanntlich kann aber auch Biomasse Träger erneuerbarer Energie sein und ebenso – was weitaus weniger bekannt ist – im Abwasser.  Auf Stuttgarter Gemarkung sind die Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung überaus begrenzt, was nahe legt, auch die mit Abwasser verbundenen Chancen zu nutzen. Abwasser birgt Energie, die sich grundsätzlich fürs Heizen wie auch fürs Kühlen eignet.

Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (SES) verfügt über eine Analyse im Hinblick auf das Energiepotenzial von Abwasser in Stuttgart. Zudem sind bereits Projekte umgesetzt worden, wie zum Beispiel dasjenige auf dem Terrot Areal, das schon seit mehreren Jahren läuft. Auch für den NeckarPark ist geplant, die sich im Abwasser bergende Energie nutzbar zu machen. Eine grundsätzliche Frage, die wie so oft auch hier im Raume steht, hebt auf die Wirtschaftlichkeit ab. Bei den Stadtwerken Stuttgart (SWS) und im Amt für Umweltschutz herrschen hierzu unterschiedliche Auffassungen vor – im SWS erkennt man keine wirtschaftlichen Modelle, wohingegen nach Berechnungen des Amts für Umweltschutz sich wirtschaftliche Lösungen ergeben.   

Wie überall schreitet auch auf dem Feld der Energiegewinnung aus Abwasser der technische Fortschritt voran, so dass davon auszugehen ist, dass sich die Wirtschaftlichkeit in absehbarer Zeit einstellt bzw. weiter verbessert. Aus diesem Grund und in Anbetracht dessen, dass Stuttgart ein hoch verdichteter Lebensraum mit entsprechend großem Energiepotential in diesem Bereich ist, spricht sich die CDU-Fraktion dafür aus, das hier bestehende Potenzial systematisch zu nutzen.

Wir beantragen:

1.    Das Thema wird auf die Tagesordnung des Umweltbeirats gesetzt, und folgende Fragen beantwortet:

2.    Wo in Stuttgart findet die Technik Anwendung? Welche Projekte sind geplant?  Welche Energieleistung ergibt sich daraus in der Summe?

3.    Es wird ein detaillierter Praxisbericht über das realisierte Projekt Terrot Areal  gegeben, insbesondere in Bezug auf Aufwand, Ertrag und Unterhalt.

4.    Der Stand der Technik wird dargestellt und in Zusammenhang mit der aktuellen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung gestellt.

5.    Wie wird bei der Verwaltung systematisch geprüft ob diese Technik bei neuen Baugebieten bzw. größeren Baumassen wirtschaftlich eingesetzt werden kann bzw. soll?

6.    Erläutert wird, wie es in Sachen Wärmegewinnung aus Abwasser im NeckarPark weitergeht. Gibt es jetzt eine einheitliche Bewertung durch SWS und AfU?

7.    Gibt es Fördermittel vom Bund oder der Europäischen Union, mit deren sich die Wirtschaftlichkeit in Bezug auf die Erschließung besagten Energiepotenzials nennenswert verbessern würde?

                
Philipp Hill                            Alexander Kotz                Thomas Fuhrmann
stv. Fraktionsvorsitzender    Fraktionsvorsitzender

        
Dr. Fabian Mayer                 Fritz Currle