Datum
21.02.2014
Antragsnummer
63/2014

Schwimmen können kann überlebenswichtig sein

Kinder brauchen Schwimmunterricht, der sie zum Schwimmen befähigt

Das Thema Schwimmunterricht an Stuttgarter Grundschulen war erst kürzlich auf der gemeinderätlichen Agenda – insbesondere aufgrund des Antrags der FDP-Fraktion (Nr. 424/2013) mit der Beantwortung vom 4.12.2013 und der Mitteilungsvorlage (GRDrs 256/20013) mit dem ausführlichen Bericht von Mitte letzten Jahres. Dennoch erscheint es angebracht, an dem Thema festzuhalten und mit dezidierten Nachfragen die Entwicklung des Schwimmunterrichts an Stuttgarter Grundschulen in eine Richtung zu lenken, die die Schwimmerquote weiter erhöht.

Dies zumal Schwimmverbände und -vereine, Schulen und Eltern deutlicher als städtische und staatliche Behörden Schwachpunkte beim Schwimmunterricht an Grundschulen erkennen und artikulieren. So sind laut einem Schreiben des DLRG Stuttgart vom 9. Januar 2014 gemäß einer (an verschiedenen Stellen angeführten) Umfrage des staatlichen Schulamts Stuttgart im Jahr 2008/2009 52 Prozent der Grundschulen in Stuttgart der Meinung, dass sich die Zahl der Nichtschwimmer erhöht habe. Durchschnittlich nur 82 Prozent der Viertklässler könnten schwimmen – an fast jeder fünften Schule betrage die Nichtschwimmerquote sogar 30 Prozent und mehr.

Schwimmen können gehört aber zu den elementaren Fähigkeiten, die der Mensch erlernen muss und zwar möglichst im Kindesalter. Denn lebensgefährlich ist es, Nichtschwimmer zu sein. 250 Menschen ertranken in Deutschland im Jahr 2013, 32 Jugendliche unter 15 Jahren waren es im Land, die im Wasser ums Leben kamen (Stuttgarter Nachrichten, 9.1.2014).

Dass in Stuttgart an allen 72 öffentlichen Grundschulen Schwimmunterricht angeboten wird, ist begrüßenswert. Zu hinterfragen ist dennoch, wie konsequent und in welchem Umfang dieser Unterricht stattfindet und ganz entscheidend ist, welche Schwimmerquote tatsächlich erreicht wird.

Daneben soll selbstverständlich auch der gesundheitsfördernde Aspekt des Schwimmens für den Schwimmunterricht in der Schule eine Rolle spielen.


Zur Verfolgung des wichtigen Ziels, dass möglichst alle Kinder das sichere Schwimmen erlernen, beantragen wir eine Berichterstattung der Fachverwaltung im Verwaltungsausschuss zu nachfolgenden Fragen:

1)    Wie beurteilt die Verwaltung die aktuelle Situation des Schwimmunterrichts an den Stuttgarter Grundschulen? Haben sich seit der Berichterstattung am 16.7.2013 im Schulbeirat und der Beantwortung der Anfrage Nr. 424/2013 Veränderungen oder neue Erkenntnisse ergeben?

2)    Wie reagiert die Stadtverwaltung auf den Ende letzten Jahres von den vier großen Verbänden aufgestellten Forderungskatalog „Schwimmen in der Schule“?

3)    Mit welchen Schwimmfähigkeiten und -fertigkeiten konkret (kaum, kurz über Wasser halten, Seepferdchen, Ausdauerschwimmen bis zu 200 Meter etc.) verlassen die Schülerinnen und Schüler in Stuttgart die vierte Klasse?

4)    Wo erkennt die Verwaltung Mängel im Schwimmunterricht und mittels welcher Maßnahmen kann Abhilfe geschaffen werden?

5)    Welchen Beitrag können zum einen die Eltern und zum anderen die Schwimmvereine praktischerweise leisten, um o.g. Ziel zu erreichen?

6)    a)    Gibt es beispielhafte Projekte, die vielversprechend sind für eine konsequente Hinführung der Grundschülerinnen und Grundschüler zur guten Schwimmbefähigung mit hoher Quote?

b)    Wie wird in diesem Zusammenhang das Projekt in Schwäbisch Gmünd eingeschätzt, das gemeinsame Aktionen von Grundschulen und Schwimmvereinen beinhaltet?

        
Alexander Kotz                Fred-Jürgen Stradinger         Iris Ripsam    
Fraktionsvorsitzender       stv. Fraktionsvorsitzender     stv. Fraktionsvorsitzende

            
Joachim Rudolf                Sabine Mezger                    Dr. Cornelius Kübler