Datum
02.10.2015
Antragsnummer
344/2015

Gedenken an Eugen Bolz

„Eugen Bolz ist der bedeutendste Politiker des 20. Jahrhunderts im Südwesten.“ Mit diesem Satz in der Freitagausgabe der Stuttgarter Zeitung vom 25. September 2015 unterstreicht Dr. Thomas Schnabel, der Leiter des „Hauses der Geschichte“, die große historische Bedeutung des letzten württembergischen Staatspräsidenten in der Weimarer Republik und späteren entschiedenen Nazi-Gegners, der nur wenige Monate nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler am 19. Juni 1933 vor dem damaligen Polizeipräsidium in der Dorotheenstraße (Hotel Silber) zum ersten Mal von Nazi-Schergen verhaftet und schließlich am 23. Januar 1945 in Berlin hingerichtet wurde.

Bis zu seiner letzten Verhaftung im Jahr 1944 lebte Eugen Bolz zwölf Jahre lang in seinem Haus „Am Kriegsbergturm 44“, das jetzt abgerissen und durch ein neues Wohngebäude ersetzt werden soll.

Wir bitten Oberbürgermeister Fritz Kuhn, mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann ein Gespräch zu der Frage zu führen, ob das Land das Haus erwerben kann, um darin eine Gedenkstätte für Eugen Bolz einzurichten. In diesem Zusammenhang könnte eine Beteiligung der Diözese Rottenburg-Stuttgart abgefragt werden, die für den Katholiken und damals führenden Zentrumspolitiker mittlerweile ein Verfahren zur Seligsprechung eingeleitet hat.



            
Alexander Kotz             Beate Bulle-Schmid               Iris Ripsam
Fraktionsvorsitzender    stv. Fraktionsvorsitzende