Datum
08.09.2015
Antragsnummer
309/2015

Integration durch Motivation

- Jetzt schnell handeln

Eine Flüchtlingswelle in bisher nicht gekanntem Ausmaß findet derzeit in das Bundesgebiet statt. Dies hat auch Auswirkungen auf die Landeshauptstadt Stuttgart. Die CDU-Fraktion bedankt sich bei allen, egal ob haupt- oder ehrenamtlich, die aktuell dazu beitragen diese gewaltige Aufgabe hervorragend zu meistern. Stuttgart und seine Bürgerschaft stellt einmal mehr ihre Weltoffenheit sympathisch und zugleich zupackend unter Beweis.

Den Stuttgarter Weg, der geprägt ist durch das friedliche und konstruktive Zusammenleben von Menschen verschiedenster Herkunft, wird durch die große Anzahl von Flüchtlingen vor eine neue Herausforderung gestellt. Ziel muss es sein, auch diese Herausforderung erfolgreich zu meistern.

Das bedeutet aber auch, sich bereits jetzt Gedanken über die möglichst schnelle und erfolgreiche Integration der Zugereisten zu machen, unabhängig von ihrer absehbaren Aufenthaltsdauer.

Integration wird durch das Wissen über bestehende Kenntnisse und Fähigkeiten der Neuankömmlinge  deutlich erleichtert. Hierüber gibt es allerdings bisher keine oder deutlich zu wenig Erkenntnisse, da diese bei asylsuchenden Flüchtlingen logischerweise für eine Einreise keine Bedingung waren.


Wir beantragen deshalb:

1.)    Die Verwaltung erhebt bei den Asylsuchenden im Rahmen einer Befragung Daten zu deren Schulbildung, Ausbildungs- oder Studienabschlüssen oder sonstigen Kenntnissen aus ihrem Heimatland. Auch die Frage ob es sich um Einzelpersonen oder eine Familie handelt ist für die weitere Integration hilfreich.

2.)    Die Verwaltung berichtet, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen, den Asylsuchenden auch bereits während eines laufenden Verfahrens im Rahmen freiwilliger ehrenamtlicher Arbeit Möglichkeiten anzubieten, sich aktiv einzubringen und damit die Integration positiv zu verstärken.

3.)    Die Verwaltung berichtet inwieweit bereits heute Asylsuchende bei der Organisation und Verwaltung ihrer eigenen Flüchtlingsunterkunft aktiv eingebunden sind bzw. ob dies noch verstärkt geschehen könnte.

4.)    Die Verwaltung prüft, inwiefern Asylsuchenden mit entsprechenden Fachkenntnissen etwa im Rahmen von Praktika bereits im laufenden Verfahren Einblick in Unternehmen gewährt werden kann. Wir denken hier gerade auch wegen unserer  Vorbildfunktion an unsere städtischen Eigenbetriebe wie Klinikum oder SSB.

5.)    Die Verwaltung nimmt Kontakt mit den Kammern (IHK, HWK, Ingenieurkammer, etc.) auf, wie erste Kontakte zwischen den Flüchtlingen und den Unternehmen gestaltet werden können. Die Unternehmen in unserer Stadt und Region zeigen ja erfreulicherweise ein großes Interesse, sowohl an qualifizierten Fachleuten als auch an Interessenten an Ausbildung oder Praktika gerade z.B. im Handwerk. Die Verwaltung richtet ggfs. in Zusammenarbeit mit den Kammern eine Hotline ein, an die sich Unternehmen aber auch Freiberufler mit entsprechendem Interesse wenden können.

                
Alexander Kotz            Dr. Klaus Nopper    Thomas Fuhrmann
Fraktionsvorsitzender