Datum
03.07.2015
Antragsnummer
232/2015

Stillstand am Marktplatz?

Im Zuge der Betriebsaufgabe des Café Scholz am Marktplatz herrschte großer Aufruhr in Öffentlichkeit, Medien und Politik. Allseits wurde die Besorgnis geäußert, der zentrale Platz vor dem Rathaus verlöre nun noch mehr an Aufenthaltsqualität und verfalle jenseits von Markt- und Veranstaltungsnutzungen vollends in einen Dornröschenschlaf.
Eilig wurden Konzepte und Ideen ins Spiel gebracht, die bislang und soweit ersichtlich zu keinem handfesten Resultat führten. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Jeder Ansatz zu einer durchgreifenden Konzept- und/oder Gestaltungsänderung des Marktplatzes begegnet unterschiedlichen Beschränkungen. Mit Wochenmarkt, Weindorf, Weihnachtsmarkt und etlichen anderen Veranstaltungen ist die Nutzung des Marktplatzes für ein Großteil des Jahres bereits verbindlich vorgegeben. Der darunter liegende Bunker stellt großgedachte Planungsüberlegungen zudem vor weitere Herausforderungen, sein Schicksal bleibt buchstäblich im Dunkeln. Schließlich kommt die Schattenlage vor dem Rathaus als weitere Erschwernis hinzu. Eine großangelegte Umgestaltung des Marktplatzes ist aufgrund dieser komplizierten Gemengelage kaum absehbar.
Wenden wir uns also kleineren Lösungen zu. Dabei gibt es zahlreiche Ansätze, die sich im Bestreben die Attraktivität des Platzes zu steigern, kurzfristig verfolgen ließen. Zunächst könnte man die bestehenden Sitzgelegenheiten, wie zum Beispiel die Steinquader vor dem Rathaus „aufmöbeln“ (z.B. durch Holzelemente o.a.). Nicht jeder sitzt gerne auf Kaugummis.
Auch die Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten um den Brunnen herum wirken vernachlässigt und wenig einladend. Neue und zusätzliche Sitzgelegenheiten könnten hier einen ganz anderen Eindruck vermitteln. Auch mit zusätzlicher Begrünung ließen sich evtl. Fortschritte erzielen.
Bezüglich der Frage, ob sich modulare und nicht-stationäre Gastrokonzepte auf dem Marktplatz verwirklichen lassen, hat die Verwaltung bereits Stellung genommen und auf eine Bewirtschaftung über den Ratskeller hingewiesen. Ließe sich der unter dem Platz liegende Bunker aber nicht auch für andere/weitere Gastronomen als Lager- und Technikfläche nutzen?
Noch einen Schritt größer gedacht wäre es dann, auf dem Marktplatz einen neuen Bodenbelag aufzubringen. Nimmt man beispielsweise die Königstraße und insbesondere den Rotebühlplatz in den Blick, so zeigt sich, welche Aufwertung hierdurch erzielt werden konnte.   
Die CDU-Gemeinderatsfraktion fragt daher an,
1.    welche Maßnahmen gegenwärtig untersucht und verfolgt werden, um die Attraktivität des Marktplatzes zu steigern.
2.    ob und wie sich die oben beispielhaft genannten Maßnahmen umsetzen ließen.
Zudem regt die CDU-Fraktion an,
    eine Kooperation mit der Fakultät Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart und/oder der Architektenkammer Stuttgart zum Gesamtthema „Unser Marktplatz“ einzugehen und einen Ideenwettbewerb mit dem Ziel einer umfassenden Konzeptstudie anzustoßen.

            
Dr. Fabian Mayer                Joachim Rudolf    Iris Ripsam

            
Jürgen Sauer                    Fred-Jürgen Stradinger    Esther Fingerle


Dr. Carl-Christian Vetter