Datum
09.12.2016
Antragsnummer
404/2016

Modellfluganlage an der Grünanlage "Grüner Heiner"

Ergänzend zu den Ausführungen in der oben genannten Mitteilungsvorlage ist anzumerken,
dass es bisher immer ein ausgesprochen gutes Miteinander von Modellfliegern und anderen
Besuchern der Grünfläche und der Aussichtsplattform auf dem Grünen Heiner gab. Die
Besucher waren immer auch gern gesehene und begeisterte Zuschauer der Modellflieger.
Der tödliche Unfall vom 30.12.2012 war - ganz ohne Frage - sehr schlimm, aber auch ein
tragischer Einzelfall. Glücklicherweise sind bei dem Modellsegelfliegerabsturz vom
18.03.2016 keine Personen zu Schaden gekommen. Aus diesen Vorgängen jetzt den
Schluss zu ziehen, den Grünen Heiner für den Modellsegelflug nicht mehr freizugeben, wäre
unseres Erachtens aber völlig unverhältnismäßig. Die äußerst geringe Zahl an Unfällen mit
Modellsegelflugzeugen auf dem Grünen Heiner rechtfertigt die Einstellung des
jahrzehntelangen und weitestgehend problemfreien Betriebs nicht. Das Unfallrisiko im
Straßenverkehr dürfte um ein vielfaches höher liegen als beim Modellsegelflug auf dem
Grünen Heiner.
Im Übrigen sind die in der Mitteilungsvorlage genannten Ausweichmöglichkeiten für die
Modellflieger aus Weilimdorf und Umgebung mit weiten, ja kaum zumutbaren Wegen
verbunden, die nebenbei auch aus Gesichtspunkten des Umweltschutzes (verabschiedetes
Energiekonzept und ähnliches) mit einem Fragezeichen zu versehen sind.
Wir fragen:
1. Wurde die Stadt Korntal-Münchingen, auf deren Gemarkung sich der Grüne Heiner zu
knapp einem Drittel befindet, in die Entscheidungsfindung miteinbezogen? Wie ist deren
Haltung zur Meinung der Stuttgarter Stadtverwaltung?
2. Welches "enorme Haftungsrisiko" sieht die Stuttgarter Stadtverwaltung konkret? Kann
dieses Haftungsrisiko in Euro beziffert werden?
3. Wie schätzt die Stadt das Risiko weiterer Unfälle mit Modellsegelfliegern auf dem
Grünen Heiner ein?
4. Wie wurden die Modellflieger in die Entscheidungsfindung der Stadt eingebunden? Wie
viele Gespräche wurden mit ihnen geführt? Hatten sie die Möglichkeit, Vorschläge
einzubringen und mit der Verwaltung zu diskutieren?
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5. Wurde die Idee der Gründung einer Interessengemeinschaft durch die Modellflieger
seitens der Verwaltung ernsthaft geprüft?
6. Hatte die Stadt Kontakt zum Deutschen Modellflieger Verband e.V., der sich in eben
solchen Haftungsfragen sehr gut auszukennen scheint (siehe Nord-Rundschau vom
05.12.2016)?
7. Stimmt es, dass eine "Lufthaftpflichtversicherung" für jeden einzelnen Modellflieger
verpflichtend ist? Welche Schäden sind dadurch abgedeckt?
8. Welche Möglichkeiten bietet eine sogenannte "Platzhalterversicherung", die durch die
mögliche Interessengemeinschaft der Modellflieger abzuschließen wäre?

Wir beantragen:

Die beteiligten Stellen der Stadtverwaltung bemühen sich um eine tragfähige Möglichkeit,
den Modellsegelflug am Grünen Heiner auch künftig zu tolerieren oder zu gestatten.


Jürgen Zeeb                                              Ilse Bodenhöfer-Frey
Fraktionsvorsitzender                                 Freie Wähler-Gemeinderatsfraktion
Freie Wähler-Gemeinderatsfraktion

Thomas Fuhrmann                                    Dr. Carl-Christian Vetter
CDU-Gemeinderatsfraktion                        CDU-Gemeinderatsfraktion

Dr. Matthias Oechsner                               Michael Conz
Gruppensprecher                                      FDP
FDP


Dr. Ralph Schertlen
Die STAdTISTEN