Datum
11.03.2016
Antragsnummer
82/2016

Schulstandort Degerloch

Die weiterführenden Degerlocher Schulen, Wilhelmsgymnasium (WG)und Fritz-Leonhardt Realschule (FLR) haben erweiterten Platzbedarf.
In der Vergangenheit gab es unterschiedliche Überlegungen, wie man diesen Bedarf decken kann. Es wurde überlegt, neue Technikräume für die FLR zu bauen, ebenso war angedacht, Klassen des WG in den von der Werkrealschule freigezogenen Räumen an der Filderschule (FS) unterzubringen.
Desweiteren wurde die Verwaltung in 2011 aufgefordert zu prüfen, ob eine Zusammenlegung der Grundschulen möglich wäre. In einem ersten Schritt wurden die Grundschulbezirke verändert, sodass die Albschule (AS) nur noch zwei/dreizügig, die FS dagegen vierzügig wurde. Die freigewordenen Räume an der AS werden seitdem von der FLR genutzt.
Der Stuttgarter Presse war nunmehr zu entnehmen, dass die Verwaltung dem Gemeinderat im Frühjahr empfehlen werde, „den Standort Albschule aufzugeben.“ (SZ vom 25.1.2016). Diese Nachricht hat insbesondere viele Eltern von Kita- und Grundschuleltern irritiert, denn die Zusammenlegung der Grundschulen würde in Degerloch eine überaus große Grundschule mit etwa 600 Schülern hervorbringen, die derzeit in unterschiedlichen Formen geführt werden - die FS als Ganztagsschule in Wahlform, die Albschule als Halbtagsschule mit Schülerhaus. Die Schulanmeldungen stehen bevor, die Eltern haben großen Informationsbedarf.
Fraglich erscheint den Eltern derzeit,
I.    ob die FS ausreichende Raumkapazitäten hat, um weitere ca. 200 Schüler unterzubringen, denn der Ganztagsbetrieb an der Filderschule nutzt  die von den Werkrealschülern freigezogenen Räume bereits heute vollumfänglich. Darüber hinaus beklagen Eltern der Filderschule, dass für die bereits heute an der Schule unterrichteten Kinder die Klassenräume sehr beengt sind. Insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass die FS als Muster-Inklusionsschule Räume zur Verfügung haben sollte, in denen auch Inklusionsschüler z.B. mit Gehhilfen, Rollatoren, sich sicher bewegen können. Dies ist derzeit nicht gewährleistet.
Ganztagsgrundschüler benötigen darüber hinaus mehr qm, denn für sie müssen Spiel-, Essens- usw. Flächen bereitgestellt werden (laut dem vom Gemeinderat beschlossenen Raumstandard werden für 3 Ganztagszüge 565-570 qm für Verpflegungs-, Freizeit – und Verwaltungsbereich benötigt)
II.    Für den Fall, dass ausreichend Platz zur Unterbringung der Klassen vorhanden ist, ist fraglich, welche Betreuungsangebote den Familien gemacht werden. Derzeit bietet die FS Betreuung für Halbtagesschüler bis 14 Uhr. Ganztagsgrundschüler (Anwesenheitspflicht bis 16 Uhr ) können bis 17 Uhr betreut werden. An der Albschule können die Kinder im Anschluss an den Halbtagsunterricht eine flexible Betreuung bis 17 Uhr buchen. Die sogenannte lange Gruppe der Albschule erfreut sich neben ihrer inhaltlichen Qualität auch aufgrund ihrer Flexibilität großer Beliebtheit und ermöglicht daher eine optimale Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
III.    Der Presse war zu entnehmen, dass ein sukzessives Auslaufen der Albschule geplant ist. Hier befürchten Mehrkind-Familien, dass sie ihre Kinder zukünftig an unterschiedlichen Schulen beschulen lassen müssen.
IV.    Derzeit haben an der Filderschule alle Kinder die Möglichkeit, am warmen Mittagessen teilzunehmen. Es erscheint fraglich, ob das auch für die Zukunft bei dann 600 Kindern geplant ist.
Es wird beantragt mitzuteilen,
1.    a)    wie viele qm hat die Filderschule?
b)    wie viele Schüler können an der Filderschule maximal als Ganztagesschüler  werden?
c)    wie viele qm werden für Inklusivbeschulung eingeplant?

2.     Ob das Betreuungsangebot des Schülerhauses bei einer Zusammenlegung auch an der Filderschule angeboten werden soll.
3.    Für wie viele Schüler die Mensa an der Filderschule geplant wird, ob auch zukünftig dort Halbtagsschüler weiter essen können und wann die Fertigstellung der Mensa geplant ist?
4.    Wieviele Flüchtlingskinder zukünftig an der Filderschule unterrichtet werden können?
5.    Ob geplant ist, den Schulbezirk zu ändern?
6.    Ob geplant ist, Schulbusse für weit von der Schule wohnende Kinder einzusetzen?
7.    Wo liegen die Vorteile der Fusion AS und FS versus Auslagerung der Klassen von WG und F-L-R oder sonstige Alternativen, z.B. Neubau bzw. Anbau für die weiterführenden Schulen?
8.    Welche Alternativen zur Raumerweiterung für das Wilhelmsgymnasium und die Fritz Leonhardt Realschule wurden und werden überprüft? Welche Ergebnisse liegen vor?

        
Fred-Jürgen Stradinger    Joachim Rudolf    Nicole Porsch