Datum
11.08.2016
Antragsnummer
255/2016

Wie steht es um den Feldschutz in den Weinbergen?

Aus meteorologischer Sicht wird das Jahr 2016 wahrscheinlich als außergewöhnlich in die Aufzeichnungen eingehen. Schlägt das Wetter doch allerlei Kapriolen mit verheerenden Folgen für die betroffenen Menschen. Das trifft auch auf Baden-Württemberg zu – einige Regionen sind stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Fast schon an ein Wunder grenzt es, dass die Region Stuttgart von diesen Naturereignissen bisher weitgehend verschont geblieben ist. So sind die Kulturen in der gesamten Landwirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt in hervorragendem Zustand. Insbesondere die 410 Hektar Weinberge auf Stuttgarter Gemarkung, in die Stadt zwischen Wald und Reben, können ein vielversprechender Jahrgang werden.

Doch so ungetrübt sind die Aussichten nicht. Denn nicht ausschließlich die Witterungsverhältnisse sind ein entscheidender Faktor, sondern auch der, ob die in Aussicht stehende Ernte vor Diebstahl geschützt wird.

Festzustellen ist, dass es seit Jahren in zunehmendem Maße Raub und Diebstahl von Feldfrüchten in der gesamten Landwirtschaft gibt. Frappierender Weise wird dabei heute Vieles als Mundraub deklariert, was in Zwei- bis Drei-Kilogramm-Plastikbeutel hineingeht. Vom Feld oder vom Weinberg geklaut ist es dennoch!

Als besonders unverfroren in diesem Zusammenhang ist der Diebstahl zu bezeichnen, bei dem im Jahr 2014 ein auf Uhlbacher Gemarkung sich befindender Weinberg komplett abgeerntet wurde. Um die 2.000 Kilogramm Trauben im geschätzten Wert von 4.500 Euro nahmen die Diebe mit!   

Auch der Weinberg eines namhaften Weinguts auf der Gemarkung Untertürkheim wurde von Dieben im Jahr 2015 heimgesucht. Die gestohlene Menge belief sich auf sage und schreibe um die 3.000 Kilogramm hochwertiger Rieslingtrauben mit einem geschätzten Wert von rund 15.000 Euro. Vorgesehen war, sozusagen als Höhepunkt des Jahrgangs 2015, eine Auslese zu keltern – wären die Diebe dem Weingärtner bei der Ernte nicht zuvorgekommen.

Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilt, sind beide Diebstähle bis heute nicht aufgeklärt.

In Anbetracht der geschilderten Vorfälle wird es immer dringender, die Früchte – welche eben nun mal bis zur wirklichen Reife in der Natur, das heißt an den Sträuchern und Rebstöcken hängen bleiben müssen – besser vor Dieben zu schützen.

Die Felder und Weinberge sind kein Selbstbedienungsladen und die Früchte sind kein take away Snack. Vielmehr handelt es sich hierbei um den verdienten Lohn der Landwirte für harte Arbeit und große Investitionen über das ganze Jahr.

Der Gipfel an Unverfrorenheit in Sachen Traubenklau ist nach unserem Dafürhalten hierzulande erreicht. Deshalb fragen wir die Verwaltung:

1.)   Gibt es bei der Stadt Stuttgart überhaupt noch einen Feldschutz im eigentlichen Sinne?

a)    Wenn ja, wie viele Personen stehen dafür zur Verfügung bzw. patrouillieren?

b)    Wenn kein Feldschutz vorhanden ist: Wie können die Fluren besser geschützt werden?

2.)   Welche Art von Maßnahmen will die Verwaltung ergreifen, um dem ausufernden Früchteklau Einhalt zu gebieten?

3.)   Können Grundstücksbesitzer zum Zwecke des Schutzes gegen Diebstahl ihrer Erzeugnisse die Überwachung selbst organisieren? Wenn ja, welche gesetzlichen Vorschriften sind dabei zu beachten?

Da die Früchte nun so gut wie reif sind und die Erntezeit bereits beginnt, bitten wir um zeitnahe Beantwortung der Fragen.

Fritz Currle                                            Michael Conz

CDU                                                       FDP

Beate Bulle-Schmid                           Thomas Fuhrmann

CDU                                                      CDU

stv. Fraktionsvorsitzende

CDU

PD Dr. Markus Reiners

CDU