Datum
15.05.2017
Antragsnummer
152/2017

Innen- vor Außenentwicklung beim Wohnungsbau - ein Umsetzungsvorschlag für Stuttgart-Plieningen

In Stuttgart besteht in Sachen Wohnungsbau das Gebot der Innen- vor der Außenentwicklung, will heißen, bevor die „grüne Wiese“ als Bauland ausgewiesen wird, ist zu schauen, wo innerhalb der bestehenden Bebauung noch freie Flächen für eine mögliche Wohnbebauung zur Verfügung stehen.

Was den Stadtbezirk Plieningen angeht, fällt eine große Fläche ins Auge, auf der derzeit noch eine Friedhofserweiterung geplant ist. Das Gebiet erstreckt sich rund um den bestehenden Friedhof nach Süden bis zur Neuhauser Straße und im Westen bis an die Mittlere Filderstraße.

Die Erweiterungsfläche für den Friedhof erscheint verhältnismäßig groß in Anbetracht der Tatsache, dass Plieningen mit 13.000 Einwohnern ein relativ kleiner Stadtbezirk ist. Zudem befinden sich die Bestattungsformen in einem Veränderungsprozess – so gibt es beispielsweise zunehmend Urnengräber mit der Konsequenz eines geringeren Platzbedarfs.

Aufgrund dieser Betrachtung liegt es nahe, über eine Friedhofserweiterung in kleinerem Umfang nachzudenken und gleichzeitig einer der vorherrschenden Aufgaben in Stuttgart besser nachzukommen. Gemeint ist die Wohnraumschaffung. Denn Wohnraum in der Stadt ist knapp, bezahlbare Wohnungen sind schwerlich zu finden. Hier bietet sich nun die Gelegenheit, im Innenbereich Wohnungsbau umzusetzen. So ist grundsätzlich denkbar, den südlichen Teil besagten Geländes mit einer Wohnbaufläche von etwa 20.000 m² für Wohnbebauung „abzuzwacken“. 275 Wohneinheiten könnten darauf realisiert werden. Für die Erschließung wiederum bietet sich der Wilhelm-Hertig-Weg an.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1.)   Warum wurde mit dem im Jahr 2000 aufgestellten, zeitlich also noch nicht weit zurückliegenden Bebauungsplan eine so große Fläche für den Plieninger Friedhof ausgewiesen?

2.)   Ist die Verwaltung angesichts der offensichtlich weniger groß benötigten Friedhofserweiterung und des bestehenden akuten Wohnraummangels gewillt, eine Bebauungsplanänderung voranzubringen?

3.)   Welche Quadratmeterzahl für Wohnungsbau kann sich die Verwaltung an dieser Stelle vorstellen?

4.)   Wäre es nicht sinnvoll, diese unter dem Postulat der Innen- vor der Außenentwicklung für Plieningen angewandte Detailbetrachtung auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten, um so die Wohnraumsituation nachhaltig zu verbessern?

 

Dr. Carl-Christian Vetter Iris Ripsam Prof. Dr. Dorit Loos