Datum
14.07.2017
Antragsnummer
213/2017

Klare Struktur erforderlich für die Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung bei Ganztagesschulen und Schülerhäusern

Schülerbetreuung über den Regelunterricht hinaus wird zunehmend nachgefragt und dementsprechend angeboten. Dabei sind an den Ganztagesschulen und Schülerhäusern unterschiedliche Anbieter bzw. Träger in der Schülerbetreuung aktiv.
Diese unterschiedlichen Träger haben überaus gute Betreuungskonzepte, die in der Regel in enger Abstimmung mit der jeweiligen Schule entwickelt werden.
Allerdings gibt es offensichtlich keine gesamtstädtische Konzeption für die freizeitpädagogischen Angebote außerhalb des Regelunterrichts, so dass sich die Frage nach der nachhaltigen Qualitätsentwicklung und überprüfbaren Qualitätssicherung dieser Nachmittagsbetreuung an den unterschiedlichen Schulen stellt.
Ein einheitliches Angebot braucht es hierbei sicherlich nicht. Im Gegenteil, unterschiedliche Angebote bzw. unterschiedliche inhaltliche Betreuungsschwerpunkte sind durchaus erwünscht. Die Angebotsvielfalt ist in der Betreuungslandschaft von Ganztagesschulen und Schülerhäusern ein Plus.
Dennoch ist es für die Qualitätsentwicklung/-sicherung dieser pädagogischen Betreuung unabdingbar, bestimmte Qualitätsstandards festzulegen, die das „Gerüst“ im Sinne einer einheitlich geltenden Grundkonzeption darstellen. Dafür bedarf es zunächst einer klaren Struktur für die involvierten Akteure und deren gemeinsame Aufgaben.
Auch die Frage nach der adäquaten Rhythmisierung, also der Frage nach der richtigen Verteilung von Unterrichts- und Entspannungseinheiten – kann hier nicht völlig ausgeblendet werden.

In diesem Zusammenhang fordern wir die Stadtverwaltung auf,
1.)    a)    einen Runden Tisch ins Leben zu rufen, der sich mit der Aufgabenstellung befasst,         einheitliche sowie messbare Qualitätseckpunkte für Betreuungsmodelle an Ganztagesschulen und Schülerhäusern zu erarbeiten,
    b)    Vertreter des Schulverwaltungsamts, des Staatlichen Schulamts, der geschäftsführenden Schulleitung, des Gesamtelternbeirats und der freien (sozialpädagogischen) Träger aus den Bereichen Musik und Sport zur Teilnahme an dem Runden Tisch einzuladen,
    c)    ein Berichtswesen einzuführen, nach dem der Gemeinderat in regelmäßigem Abstand (z.B. alle zwei Jahre) über die Qualitätsentwicklung samt der dafür erforderlichen strukturellen Rahmenbedingungen unterrichtet wird;
2.)    eine Antwort auf die Frage zu geben, wie viele Mischklassen – in welchen bekanntlich Ganztages- und Halbtagesschüler gemeinsam lernen – es in Stuttgart gibt. Auch sollen Gedanken zur Rhythmisierung in den (pädagogischen) Ansatz zur Qualitätsentwicklung und -sicherung einfließen.

        
Iris Ripsam MdB        Dr. Klaus Nopper    Fred-Jürgen Stradinger