Datum
13.10.2017
Antragsnummer
295/2017

Raunnot, die durch Schulsanierungen erhöht wird, sind ein Thema in den Stadtbezirken

Unsere Stuttgarter Kinder wollen an ihrem Wohnort zur Schule gehen

Am Wilhelms-Gymnasium (WG) Degerloch ist seit Jahren Raumnot. Bereits dieses Jahr mussten Degerlocher Kinder abgewiesen werden, obwohl die Schule mit bis zu 32 Kindern pro Klasse über das erträgliche Limit gegangen ist.
Die Schülerzahlen in Stuttgart nehmen zu, insbesondere Degerloch wächst überdurchschnittlich. Das WG war und ist eine Stadtteilschule und das einzige öffentliche Gymnasium im Stadtbezirk (alternativ gibt es nur Privatschulen). Über 90 % der Kinder in den Eingangsklassen kommen aus dem Stadtbezirk (der Rest sind Geschwisterkinder). Es geht den Degerlochern nicht um G9 Plätze, sondern um wohnortnahe Beschulung für ihre Kinder. Darüber hinaus hat das WG eine Vorreiterrolle bei der Inklusion: eine Klasse von geistig behinderten Kindern hat am WG ihr Klassenzimmer und wird so in den Schulalltag voll integriert.    
Das WG hat sich bezüglich G9 an die Vorgabe der Stadt „Umwandlung von ein bis zwei bestehenden Zügen“ gehalten.  3 Jahre lang wurde ein Zug mehr aufgenommen mit Genehmigung des Regierungspräsidium auf Basis Raumzusage der Stadt. Dass es nun trotz Zusage doch keine Räume gibt, war für die Schulgemeinschaft nicht absehbar!
Wenn die Raumsituation nicht verbessert wird, muss die nächsten beiden Schuljahre je mindestens eine komplette Klasse von Degerlocher Kindern abgewiesen werden. Diese Kinder werden dann ihre Schulzeit damit zubringen, in einen anderen Stadtteil zu fahren.  Dies ist weder ökologisch sinnvoll noch dem sozialen Miteinander zuträglich. Auch die Inklusion ist dann gefährdet.
Beim Runden Tisch am 17.7.2017 mit Stadt- und Bezirksbeiräten, dem Rektor sowie den Stv. Amtsleitern der städtischen Fachabteilungen und einer Vor-Ort-Begehung wurde seitens der Stadt die Möglichkeit zugesagt, zusätzliche Klassenräume zum Schuljahresbeginn 2019/20 zu schaffen, z. B.  durch Aufstellen von Containern. Weitere Alternativen könnten sein: freie Klassenzimmer an der Filderschule (nach Umbau), Pavillons bei der ISS, freie Räume beim HTC, im Treffpunkt Degerloch (Mittlere Straße), in der Tränke, im Kinder- und Jugendhaus, im Waldheim etc.
Der Ansatz der Stadt, mit der Erweiterung zu warten bis nach einer generellen Sanierung des WG, die bislang nicht terminiert ist, ist für die Degerlocher Familien nicht tragbar.

Wir beantragen, dass
a)    für das Wilhelms-Gymnasium spätestens zum Beginn des Schuljahres 2019/20 mindestens 3 zusätzliche Klassenräume bereitgestellt werden,  damit auch fürs Schuljahr 2018/19 drei Eingangsklassen aus Degerlocher Kindern eingerichtet werden können und die Kinder an ihrem Wohnort zur Schule gehen können.
b)    die Verwaltung die  o.g.  Alternativen für interimistische Unterbringungsmöglichkeiten prüft und darlegt, was aus ihrer Sicht sinnvoll  machbar wäre sowie eigene Vorschläge zur Nutzung freier Räume im Stadtteil macht wie z.B. Nutzung neuer Klassenzimmer an der Filderschule etc.
c)    darlegt, wie es machbar, Interimscontainer , selbst wenn sie etwas teurer sind und in der Regel eine Standzeit von 3 bis 5 Jahren haben, schnellstmöglichst zu „installieren“.
e)    aufzeigt, welche konkreten Beschlüsse zur Aufstellung dieser Container im Rahmen der Beratungen zum Doppelhaushalt nötig sind und ob es richtig ist, dass bis dato bereits Mittel in Höhe von über 4 Mio. Euro aus dem SSP hierzu beschlossen sind und ob diese Mittel auch für die Interimscontainer einsetzbar sind.

    
Fred-Jürgen Stradinger    Joachim Rudolf    Nicole Porsch