Datum
10.02.2017
Antragsnummer
37/2017

Synergien zwischen berufsbezogenen Sprachkursen und Integrationskursen für Flüchtlinge nutzen

Die Stadt Stuttgart war immer bei der Umsetzung der berufsbezogenen Deutschkurse im Rahmen des ESF-BAMF-Programmes (ESF: Europäischer Sozialfonds; BAMF: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) bundesweit führend. Über 3.000 Personen mit Migrationshintergrund konnten im Förderzeitraum bis 2016 einen Deutschkurs besuchen. Die gute Kooperation mit BAMF und BMI (Bundesministerium des Innern) hat zudem zu erfolgreichen Tagungen geführt, die mit zahlreichen bundesweiten Besuchern und in Kooperation mit dem BAMF und dem BMI in Stuttgart umgesetzt wurden.
Seit 06. August 2016 gelten nun das neue Integrationsgesetz und die Integrationskursverordnung. Die Integrationskurse und die berufsbezogenen Sprachkurse münden in ein einheitliches Gesamtsprachkonzept des Bundes und werden von Bundesmitteln finanziert. Die Integrationskurse bilden den ersten Baustein bei der Erlernung der deutschen Sprache. Die berufsbezogenen Sprachkurse bieten anschließend für die unterschiedlichsten Zielgruppen modulare berufsbezogene Sprachkurse, die auch an arbeitsfördernden Maßnahmen angliedert werden können. Die berufsbezogenen Sprachkurse werden zukünftig ausgebaut werden, um die Integration in den Arbeitsmarkt zu fördern und bilden somit zukünftig den Schwerpunkt des Gesamtsprachprogramms.
Damit möglichst viele Menschen den Weg in die Kurse finden und die Übergänge zwischen den Integrationskursen und berufsbezogenen Sprachkursen gelingt, ist ein Gesamtkonzept nötig. Dieses beinhaltet zudem die Koordinierung und Sicherung der Kursangebote, den Austausch der Deutschkursanbieter, die Evaluation der Kursangebote sowie eine Anlaufstelle für Multiplikatoren und zuweisende Stellen (Jobcenter/ Arbeitsagenturen).

Wir beantragen:
1.    Die Verwaltung legt in der Sitzung des Sozialausschusses im April diesen Jahres ein Gesamtkonzept zur Umsetzung des Gesamtsprachkonzepts vor.
2.    Die Verwaltung stellt den bisherigen Ablauf der Umsetzung des Gesamtsprachkonzepts dar und erläutert die Fördermöglichkeiten der einzelnen Zielgruppen im Rahmen des Gesamtsprachkonzepts.
3.    Die Verwaltung stellt dar, wie die Stadt die Koordinierung des Gesamtsprachkonzepts sicherstellen kann.
4.    Die Verwaltung stellt dar, wie sichergestellt werden kann, dass Stuttgart auch zukünftig eine herausragende Stellung bei der Umsetzung der Deutschkurse einnehmen wird.


Thomas Fuhrmann     Beate Bulle-Schmid                 Iris Ripsam MdB
                               stv. Fraktionsvorsitzende