Datum
19.10.2017
Antragsnummer
320/2017

Vision Stuttgart 2030: Schaufenster Mobilität in und um Stuttgart - Das Ziel ist ein höherer Fahrradverkehrsanteil in Stuttgart - Radwege alleine reichen nicht

Die Stadtverwaltung schlägt im Doppelhaushalt 2018/19 einen Aufwuchs des Radwegeetats um 7,6 Mio. Euro vor.

Wir unterstützen das Ziel, den Fahrradverkehrsanteil in Stuttgart zu erhöhen, weil auch dies eine von vielen Möglichkeiten ist, die Verkehrs- und Luftsituation in Stuttgart weiter zu verbessern.

Allerdings ist eine reine Fixierung auf den Bau neuer Radwege in diesem Zusammenhang ein zu eingeengter Blickwinkel. Zur Attraktivitätssteigerung der Nutzung vom Rad, auch für regelmäßige Fahrten, z.B. zur Arbeit oder Schule, sind zusätzliche Maßnahmen nötig, als nur mehr Radwege zu bauen. Wir nennen hier z.B. Fahrradabstellboxen oder Fahrradparkhäuser an Haltestellen des ÖPNV, am Bahnhof oder an Orten mit hohem Personenverkehr. Der Bau und Betrieb weiterer Fahrradstationen, Duschen und Umkleidemöglichkeiten an Arbeitsplätzen oder öffentlichen Gebäuden sind ebenfalls zusätzliche Verbesserungen für Radfahrer. Auch das weitere Werben für das Radfahren an Schulen prägt oftmals das Mobilitätsverhalten für das weitere Leben. Weitere innovative Pilotprojekte, wie Studien zum Thema Lastenfahrräder für Familien, sollten ebenso aus dem Budget ermöglicht werden.  

Daher beantragen wir:

Die zusätzlichen Finanzmittel unter der Überschrift „Radwege“ im DHH 2018/19 werden in „Investitionen in Radinfrastruktur“ umgewidmet, um flexibler sinnvolle Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung umsetzen zu können, die den Radverkehrsanteil in Stuttgart steigern können.

Weiterhin fordern wir die Verwaltung bei der weiteren baulichen Umsetzung von Radwegeerweiterungen auf, den bestehenden motorisierten Individualverkehr ausreichend zu berücksichtigen. Wenn es auf Grund von Fahrbahnrückbau oder Kreuzungsumbau zu Gunsten von Radwegen beim motorisierten Individualverkehr zu Stau und Stockungen kommt, ist dem Ziel der Luftreinhaltung ein Bärendienst erwiesen worden. Wo immer möglich und sinnvoll, sind Radwege auch im Sinne der Nutzer weg von den Hauptverkehrsachsen zu planen. Eine frühzeitige Beteiligung der Bezirksbeiräte, bereits zu Beginn des Planungsprozesses, soll angestrebt werden.



Alexander Kotz               Beate Bulle-Schmid            Thomas Fuhrmann
Fraktionsvorsitzender    stv. Fraktionsvorsitzende


Markus Bott