Datum
14.05.2018
Antragsnummer
127/2018

Tieferlegung der B14 vom Innenministerium bis zum Dorotheenquartier

Wichtigen Baustein zur Stadtreparatur umsetzen - Kulturmeile mit mehr Aufenthaltsqualität sicher ermöglichen

Die Streckenführung und das bauliche Ausmaß der B14 quer durch unsere Innenstadt ist unbestritten eine sehr negative Konsequenz des fehlenden Ringstraßennetzes um Stuttgart und der immer noch fehlenden Tangentialverbindungen an Stuttgart vorbei. Viele Jahrzehnte wird bereits über mögliche Verbesserungen an dieser Bundesstraße im Herzen unserer Stadt diskutiert. Erste kleine Maßnahmen wie der „Deckel“ über dem Tunnelmund am Stadtpalais und zwei ebenerdige Überwege wurden in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzt.

Aktuell gibt es wieder größere Dynamik bei diesem Thema. Mehrere Bauprojekte entlang der Straße rücken das Thema wieder stärker ins öffentliche Interesse: Stadtpalais mit Museum für Stuttgart, Neubau Landesbibliothek, Sanierung der Oper oder auch das neue Besucherzentrum des Landtags. Nicht zuletzt hat der Gemeinderat beschlossen zur Umgestaltung des City-Rings bzw. den Abschnitt der Kulturmeile einen Architektenwettbewerb auszuschreiben.

Erst vor wenigen Tagen hat der Ministerpräsident anlässlich der Jubiläumsfeier der Staatsgalerie klar das Ziel formuliert: „Die Stadtautobahn muss weg“. Allerdings hat er es leider versäumt auch die Antwort auf das „Wie soll das möglich werden?“ zu liefern.

Oberbürgermeister Kuhn hat bekanntlich seit seinem Amtsantritt das ambitionierte Ziel „20% weniger Autoverkehr im Talkessel“ auf seiner Agenda. Seine Erfolge in diesem Bereich sind jedoch bisher sehr überschaubar. So wächst zwar die Zahl der Fahrgäste in den öffentlichen Verkehrsmitteln erfreulicherweise stark an, leider jedoch ohne einen entsprechenden Rückgang des KfZ-Verkehrs z.B. auf der B14. Auch alle weiteren Ausbaumaßnahmen im Bereich ÖPNV, Fahrradinfrastruktur oder Car-Sharing-Angebote arbeiten immer nach dem „Prinzip Hoffnung“ dass sich dadurch der PKW-Verkehr auch wirklich reduziert.            

Die CDU-Fraktion ist der Meinung, dieser Streckenabschnitt zwischen dem Innenministerium und dem Dorotheenquartier ist zu wichtig für unsere Bürgerinnen und Bürger aber auch als Visitenkarte unserer Stadt, um hier nur auf die Hoffnung zu vertrauen die Bürgerinnen und Bürger bzw. die Einpendler werden durch Verhaltensänderungen in deren Mobilitätsgewohnheiten schon eine bauliche Aufwertung durch Straßenrückbau irgendwann ermöglichen.

Dies zumal Verkehrsplaner klar zum Ausdruck bringen, selbst eine 20%-Reduzierung der Verkehrsströme auf der B14 ermöglicht keinen wirklichen Rückbau von Fahrspuren und damit auch keine städtebauliche Aufwertung oder Entwicklungsmöglichkeiten.

Um hier nicht diese wichtige positive Stadtentwicklung nur vom „Prinzip Hoffnung“ abhängig zu machen, schlagen wir eine durchgehende Tieferlegung der B14 vom Innenministerium bzw. Hotel Le Meridien bis zum Dorotheenquartier bzw. Leonhardskirche vor. Trotz der Verzweigungsverkehre am Gebard-Müller-Platz in Richtung Wagenburgtunnel und später sehr eingeschränkt in Richtung Schillerstraße sowie am Charlottenplatz in Richtung Planietunnel und Neue Weinsteige würde sich durch eine solche neue Verkehrsführung eine Reduzierung des Verkehrs an der Oberfläche zwischen Gebhard-Müller-Platz und Charlottenplatz um ca. 60% ergeben. Lediglich 40% der bisherigen Verkehrsmenge auf dem Abschnitt der Kulturmeile würde weiter dort fahren, da es sich um Ziel- und Quellverkehr oder abzweigenden und zufahrenden Verkehr handelt.

Eine solch deutliche und bewiesene Verkehrsreduzierung um mehr als die Hälfte entlang unserer Kulturmeile wäre die entscheidende Voraussetzung um im städtebaulichen Wettbewerb wirklich entscheidende Ideen zur Verbesserungen der Aufenthaltsqualität für Fußgänger zu erhalten.

Mit Blick auf die vermutlichen Entwicklungen auf der Fläche des bisherigen Breuninger-Parkhauses (Haus für Film und Medien) und den Wunsch nach der engeren Verbindung zwischen Dorotheenquartier und Bohnenviertel schlagen wir in diesem Zusammenhang die Neugestaltung des dortigen Tunnelmunds der bisherigen B14 Unterführung in der Art des „Deckels“ vor dem Stadtpalais vor. Dadurch könnten die beiden Stadtquartiere besser zusammenwachsen und eine weitere attraktive Talquerverbindung für Fußgänger und mehr öffentliche Grünfläche entstehen.

Mit Blick auf den anstehenden Städtebauwettbewerb zur Kulturmeile beantragen wir:

1.) Der Tagesordnungspunkt „Tieferlegung B14“ und dieser Antrag werden auf die Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt und Technik am 12.Juni 2018 gesetzt.

2.) Die Verwaltung nimmt dabei Stellung zu diesem Vorschlag insbesondere hinsichtlich der grundsätzlichen technischen Machbarkeit, der sich daraus veränderten Verkehrsströme ober- und unterirdisch, einer ganz groben ersten Kostenschätzung soweit möglich sowie eines groben möglichen Zeitplans zur Diskussionsprozess, Entscheidung, Planung und Realisierung.

3.) Die Verwaltung zeigt auf inwiefern eine solche Diskussion mit dem geplanten städtebaulichen Wettbewerb zu verbinden wäre.



Alexander Kotz                 Beate Bulle-Schmid               Philipp Hill
Fraktionsvorsitzender        stv. Fraktionsvorsitzende        stv. Fraktionsvorsitzender



Thomas Fuhrmann            Dr. Carl-Christian Vetter        Jürgen Sauer