Datum
22.02.2019
Antragsnummer
85/2019

Bäderentwicklungsplan 2030 benötigt Änderungen und Ergänzungen

Der Bäderentwicklungsplan 2030 wird aktuell in der Öffentlichkeit, in den Bezirksbeiräten und im Gemeinderat engagiert diskutiert. Da der Stuttgarter mit durchschnittlich 3,9 Tagen im Jahr sehr gerne schwimmen geht, war diese Diskussion eigentlich zu erwarten. Fest steht bereits jetzt, dass die Verwaltungsvorlage in unveränderter Form kaum eine Mehrheit im Rat finden wird. So werden die neu geplanten Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit mit Sicherheit ergänzt werden müssen. Trotzdem zeigt die Vorlage deutlich auf, wo die Probleme im Bäderbereich liegen. Ein Zielkonflikt besteht beispielsweise zwischen der Bespielung der Freibäder in den Sommermonaten und der fehlenden Verfügbarkeit von ausgebildeten Bademeistern als Saisonkräfte. Eine aus dieser Lage heraus geplante Umverteilung von Bademeistern, aus Hallenbädern in die Freibäder, ist eine für uns unbefriedigende Lösung zu Lasten der Öffnungszeiten in den Hallenbädern. Zudem ist durchaus auch die Entlohnung der ausgebildeten Bademeister ein Problem, um diese Fachkräfte längerfristig an die Stadt als Arbeitgeber zu binden.
Für den gesamten Themenbereich Stuttgarter Bäder sind kreative Ideen und ein verstärktes Engagement des Gemeinderats nötig - wir wollen uns als CDU-Fraktion dieser Verantwortung gerne stellen.


Folglich beantragen wir:

1.)    Bezüglich der Frage, von zusätzlichen neuen Schließzeiten für die Öffentlichkeit, verweisen wir auf die Beratungen und Beschlüsse der Bezirksbeiräte. Die Verwaltung möge dem Gemeinderat berichten, welche Konsequenzen die Umsetzung der Forderungen aus den Bezirksbeiräten hätte.

2.)    Die Stadtverwaltung überprüft die Machbarkeit, in den Wintermonaten Traglufthallen über weitere Freibäder zu installieren um die Wasserflächen auch in den Wintermonaten nutzen zu können, wie bisher schon im Inselbad in Untertürkheim. So ließen sich sehr kurzfristig bereits vorhandene Wasserflächen ganzjährig nutzen, gerade auch als zusätzliche Angebote für Schul- und Vereinsschwimmen. Eine solche Ausweitung der Betriebszeiten der Freibäder würde auch das personelle Problem von Saisonarbeitskräften lösen, da diese dann ganzjährig beschäftigt werden können.

3.)    Die Verwaltung berichtet, ob eine Tarif-Plus-Zulage, wie sie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Stuttgarter Kitas eingeführt wurde, auch ein zielführendes Mittel wäre, um den Personalmangel in unseren Bädern, und dadurch drohende Schließungen, abzuwenden?

4.)    Zudem berichtet die Verwaltung über den Stand unseres Antrags 363/2017 "Erreichbarkeit von Schwimmflächen – Bäderbus", in dem wir folgende Untersuchung gefordert hatten:
    "Für die CDU-Fraktion ist ein weiteres wichtiges Ziel, das sich der Anteil der Unterrichtszeiten für Schwimmen im Wasser erhöht, und sich die benötigten Zeiten für Hin- und Rückweg zum Schwimmbad verringern. Es heißt ja auch "Schwimm-Unterricht" und nicht "Lauf-Unterricht" oder "Fahr-Unterricht". Daher möchten wir, dass die Verwaltung eine Untersuchung beauftragt, wie aus einer Mischung aus umfangreicherem Einsatz von Bäderbussen und wenn nötig, einer Erweiterung unserer städtischen Schul-Schwimmbad-Infrastruktur dieses Ziel erreicht werden kann."
    Wie und wo ließen sich die bisherige Schul-Schwimmbad-Infrastruktur sinnvoll ergänzen?

5.)    In diesem Zusammenhang soll die Verwaltung auch darlegen, ob und wo es viele gebuchten und trotzdem nicht genutzten Stunden für Schulschwimmen gibt und welche Gründe dafür vorliegen.

6.)    Die Verwaltung berichtet, ob sie in Erkenntnis des Bäderentwicklungsplans 2030 weiter am Plan festhält, das Stadtbad in Bad Cannstatt als Ersatz für das neue Sportbad an der Mercedesstraße aufzugeben. Weiter bitten wir um eine Einschätzung der Verwaltung, ob ein auch zukünftiger Ganzjahresbetrieb des Inselbads in Untertürkheim mit einer neuen Traglufthalle zu einer notwendigen Angebotserweiterung positiv beitragen würde?          

                
Nicole Porsch                       Joachim Rudolf                     Dr. Cornelius Kübler
 


Fred-Jürgen Stradinger       Beate Bulle-Schmid               Jürgen Sauer
                                           stv. Fraktionsvorsitzende

            
Fritz Currle                         Markus Bott                          Dr. Carl-Christian Vetter