Datum
28.05.2019
Antragsnummer
211/2019

Kultur am Neckarufer fördern

Immer stärker diskutieren wir in den gemeinderätlichen Gremien die Chance der Stadt am Fluss und möchten dabei, dass Kultur und ein pulsierendes Großstadtleben am Neckarufer entsteht. Erfreulicherweise hat sich neben dem Kulturschiff mit der privaten Initiative "Fridas Pier" bereits eine Entwicklung ergeben, die ein Nachtleben und ein subkulturelles Erlebnis am Neckarufer und auf dem Neckar ermöglichen. Wir sind begeistert von diesen Projekten. Sowohl aus einem alten Frachtkahn einen urbanen und attraktiven Veranstaltungsraum auf dem Neckar zu machen, als auch auf und in einem Schiff Kultur zu erleben sind Vorzeigeprojekte für ein neues Leben am Neckar. Damit kann ein weiterer toller Mosaikstein für unsere Vision Stadt am Fluss Realität werden. Und diese Projekte zeigen auch, dass Stuttgart spannende Start-Ups hervorbringen kann.

So erfreulich diese Entwicklung sein mag, so symbolisch steht sie auch für die vielen Herausforderungen, denen sich solche Initiativen gegenübergestellt sehen. Angefangen bei der Frage der Zubringung erscheint im Falle von Fridas Pier die An- und Abreise der Besucher durch eine Dauerfahrt des NeckarKäptn's vom Cannstatter Ufer aus weder ökonomisch, noch ökologisch nachhaltig und sinnvoll. Hier bedarf es einer langfristigen Lösung auf Seiten des betroffenen Schiffes. Darüber hinaus und damit einhergehend müssen auch kreative Lösungen, seien es auch nur provisorische Maßnahmen, beim Lärmschutz entlang der B10 möglich sein. Zu alledem erschwert die Thematik der denkmalgeschützen Krananlage direkt am Schiff die Situation. Während die Flächen dem Wasserschifffahrtsamt gehören, unterliegt die daraufliegende Infrastruktur der EnBW. Hier sieht sich die Initiative vor der Problematik, die Infrastruktur, sofern sie nicht durch das Landesdenkmalamt gepflegt wird, zu erwerben und pflegen. Eine solche Investition, so wichtig sie auch sein mag, stellt zweifelsohne eine Barriere für einen erfolgreichen Betrieb dar. In der logischen Konsequenz ergibt sich für den Initiator ein Finanzierungsdefizit für die von der Stadt geforderten Nachbesserungen. Zusätzlich entsteht durch den gewünschten Betriebsstart ein zeitlicher Druck.

Auch im Falle des geplanten Kulturschiffes gibt es noch eine Reihe an offenen Fragen. Gerade mit Blick auf die Betriebszeiten, der Zubringung, der Stellplätze oder der Beleuchtung besteht ein Klärungsbedarf. Da es sich um ein Projekt handelt, dass nun seit Jahren geplant und vorangetrieben wird, ist es auch im Sinne der Landeshauptstadt, wesentliche Fortschritte zu erzielen, um der Stadt am Fluss näher zu kommen.

Deshalb fragen wir die Stadtverwaltung und bitten um Bericht im Verwaltungsausschuss:

1.    Welche Fragen und Punkte sind aus Sicht der Verwaltung vor einem Betriebsstart von Fridas Pier noch zu lösen? Welche Lösungswege und Maßnahmen sind für einen zeitnahen Start des Betriebs möglich?

2.    Wie ist der aktuelle Stand der Dinge beim Kulturschiff? Gibt es eine Übereinkunft mit der unmittelbar betroffenen in.Stuttgart in den oben skizzierten Fragen?

3.    Wie kann sichergestellt werden, dass der Betrieb der beiden Einrichtungen nicht durch unnötig hohe Auflagen erschwert oder gar verhindert wird?

                
Alexander Kotz                  Jürgen Sauer    Fred-Jürgen Stradinger
Fraktionsvorsitzender


Fritz Currle