Datum
30.09.2019
Antragsnummer
295/2019

Moderne Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - „Office-Hub Stuttgart“

Eine Stadtverwaltung muss für ihre Bürgerinnen und Bürgern, die Unternehmen und Verbände sowie Vereine und Organisationen ein guter, effizienter, freundlicher und möglichst flexibler Dienstleister sein.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Schatz der Stadt
Um diese tägliche neue Herausforderung erfolgreich zu bewältigen, benötigt eine Stadtverwaltung in erster Linie engagierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Glücklicherweise haben wir in unserer Stadtverwaltung sehr viele solche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An dieser Stelle wollen wir für deren tägliche Arbeit zum Wohl der Stadt unseren herzlichen Dank ausdrücken.
Allerdings stehen wir als Landeshauptstadt heute und in Zukunft in einem harten Wettbewerb, sowohl mit anderen öffentlichen Arbeitgebern, als auch mit der freien Wirtschaft, um die besten Köpfe für unsere Stadtverwaltung. In den nächsten Jahren werden wir altersbedingt zahlreiche erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verdienten Ruhestand verlieren. Gleichzeitig nehmen die Aufgaben der Stadtverwaltung stetig zu, nicht zuletzt aufgrund der Steigerung unserer Einwohnerzahl.
Es gilt noch stärker als bisher die Stadt zu einem noch attraktiveren Arbeitgeber zu entwickeln. Erfolgreiche Personalfindung und Erhaltung sind heute schon wichtig, werden aber in Zukunft noch wichtiger. Neben vielem anderen zählt für die CDU-Fraktion ein moderner und attraktiver Arbeitsplatz zu den zentralen Faktoren in Sachen Mitarbeiterzufriedenheit.

Stadtverwaltung räumlich in achtzigern
Leider befinden wir uns aber bei diesem Thema teilweise noch auf einem Stand der achtziger Jahre oder früher. Neben einem großen quantitativen Mangel an Büroräumen sind diese meist auch räumlich und von der Ausstattung her so, dass man sie nicht als attraktiven und modernen Arbeitsplatz bezeichnen kann. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf.
Darüber hinaus ist die aktuelle Situation der Unterbringung von zahlreichen Ämtern und Einheiten in vielen Liegenschaften innerhalb der Stadt bei weitem nicht optimal. Der direkte persönliche Austausch, auch ämterübergreifend, wird dadurch stark erschwert bzw. oft verhindert. Zeitgemäßes Arbeiten in Arbeitsteams, die sich nicht entlang Ämterstrukturen, sondern an Projekten ämterübergreifend orientieren, ist wegen der Raumknappheit und der räumlichen Trennung im Stadtgebiet nicht möglich. Dies verhindert in vielen Fällen effizientes Arbeiten nach modernen Maßstäben.
Verstärkt werden diese Themen noch durch die angestoßene Transformation hin zur Digitalisierung unserer Stadtverwaltung. Viele notwendigen Neuerungen zur Einrichtung digitaler Arbeitsplätze sind in unseren bestehenden Liegenschaften gar nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand einzurichten.

„Office-Hub Stuttgart“ als neues Zentrum
Vor diesem Hintergrund ergreifen wir die Initiative für einen neuen städtisches „Office-Hub“ zur Bündelung mehrerer Ämter der Stadtverwaltung in der Größenordnung von 2.000 – 3.000 Arbeitsplätzen. Dabei sehen wir die Umsetzung eher in einem Neubauprojekt welches alle Anforderungen an moderne, attraktive und effiziente Arbeitsplätze erfüllt. Es soll gerade auch die ämterübergreifende Zusammenarbeit in neuen Arbeitsstrukturen und Formen ermöglichen und fördern. Darüber hinaus soll es auch den sozialen Anforderungen an eine heutige Arbeits- und Lebenswelt gerecht werden. Und natürlich muss in diesem neuen Komplex das digitale Arbeiten an jeder Aufgabe bzw. jedem Projekt von jedem Ort aus möglich sein. Wichtig ist für uns darüber hinaus, dass die Planung und Umsetzung eines solchen Projektes sich vor allem an den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den Arbeitsprozessen orientiert.   
Wir sehen in einem solchen neuen Dienstleistungszentrum einen Schlüssel um mehrere Probleme und Herausforderungen der Stadtverwaltung gleichzeitig zu lösen. Allerdings wissen wir auch, dass ein solches Projekt einige Jahre bis zum Bezug in Anspruch nehmen kann. Daher müssen natürlich auch für die Zeit bis dahin Lösungen im Sinne unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefunden werden.

Intensive Grundlagenermittlung
Vor diesem Hintergrund stellen sich folgende Fragen, welche von der Stadtverwaltung bzw. in einer extern beauftragten Machbarkeitsstudie bearbeitet werden sollen:

1.)    Welche Ämter und Einheiten sind bisher an welchen Standorten in unserer Stadt untergebracht? Welche Flächen sind hierbei jeweils genutzt und wie viele Mitarbeiter arbeiten dort?
2.)    Welche dieser Standorte sind im städtischen Besitz und welche angemietet? Wie sind die jeweiligen realen oder kalkulatorischen Mietkosten? Welche Dauer haben die jeweiligen Mietverträge?
3.)    Wie ist der jeweilige bauliche Zustand der Standorte? Welche umfassenden Modernisierungen wurden wo durchgeführt und welche stehen wo an?
4.)    Bei der gemeinsamen Unterbringung von welchen Ämtern und Einheiten würden Synergien in einer engeren Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Standort entstehen?
5.)    Wie viele Arbeitsplätze sollten an einem solchen Standort gebündelt werden? Welche Größenordnung von Geschossfläche und Grundstück wäre dafür notwendig?

6.)    Welche Faktoren wären bei der Auswahl eines neuen Standortes für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für die Arbeitsprozesse der Stadtverwaltung wichtig und zu berücksichtigen?
7.)    Wo könnte ein solch neuer „Office-Hub“ in Stuttgart entstehen?
8.)    Welche grundsätzlichen Vor- und Nachteile ergäben sich bei einem Neubauprojekt gegenüber einer Entwicklung in einem Bestandsgebäude (sofern überhaupt am Markt verfügbar)?
9.)    Welche aktuellen Beispiele für neue Bürogebäude der öffentlichen Verwaltung sowie von Unternehmen stellen das Konzept einer modernen Arbeitswelt besonders gut dar?
10.)    Welche Summe müsste in den Doppelhaushalt 2020/21 eingestellt werden, um mit einer entsprechenden Machbarkeitsstudie diese und weitere Fragen zu beantworten und einen Prozess zu einem solchen neuen Standort starten zu können?

                
Alexander Kotz                       Jürgen Sauer               Iris Ripsam
Fraktionsvorsitzender


PD Dr. Markus Reiners
stv. Fraktionsvorsitzender