Art der Veröffentlichung
Datum
30.10.2014

Abwasser als Energielieferant

Um die Energiewende zum Erfolg zu führen, ist das Potenzial vieler verschiedener erneuerbarer Energieträger zu erschließen. Es zählt die Gesamtheit, sowohl was die Erschließung als auch was die Verwendung derselben angeht. Selbstredend ist dabei das jeweilige Potenzial der einzelnen umweltfreundlichen Energieressourcen hinsichtlich ihrer Erschließbarkeit sowie ihrer Nutzbarkeit unterschiedlich.

Grundsätzlich liegt das zukunftsträchtige Energiepotenzial in Wind, Sonne und Wasser. Bekanntlich kann aber auch Biomasse Träger erneuerbarer Energie sein und ebenso – was weitaus weniger bekannt ist – kann aus Abwasser Energie bezogen werden. Auf Stuttgarter Gemarkung sind die Möglichkeiten der alternativen Energiegewinnung überaus begrenzt, was deshalb nahe legt, auch die mit Abwasser verbundenen Chancen zu nutzen. Abwasser birgt Energie, die sich grundsätzlich fürs Heizen wie auch fürs Kühlen eignet.

Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (SES) verfügt über eine Analyse im Hinblick auf das Energiepotenzial von Abwasser in Stuttgart. Zudem sind bereits Projekte umgesetzt worden, wie zum Beispiel dasjenige auf dem Terrot Areal, das schon seit mehreren Jahren läuft. Auch für den NeckarPark ist geplant, die im Abwasser sich bergende Energie nutzbar zu machen. Eine grundsätzliche Frage dabei, die wie so oft auch hier im Raume steht, hebt auf die Wirtschaftlichkeit ab. Bei den Stadtwerken Stuttgart (SWS) und im Amt für Umweltschutz herrschen hierzu unterschiedliche Auffassungen vor – bei den SWS erkennt man keine wirtschaftlichen Modelle, wohingegen nach Berechnungen des Amts für Umweltschutz sich wirtschaftliche Lösungen ergeben.  

Wie überall schreitet auch auf dem Feld der Energiegewinnung aus Abwasser der technische Fortschritt voran, so dass davon auszugehen ist, dass sich die Wirtschaftlichkeit in absehbarer Zeit einstellt beziehungsweise weiter verbessert. „Aus diesem Grund und in Anbetracht dessen, dass Stuttgart ein hoch verdichteter Lebensraum mit entsprechend großem Energiepotential in diesem Bereich ist, sprechen wir uns dafür aus, das hier bestehende Potenzial systematisch zu nutzen“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Philipp Hill.

Beantragt bei der Stadtverwaltung hat die CDU deshalb, das Thema ausführlich im Gemeinderat zu besprechen. Sie möchte wissen, welche Energieleistungen die einschlägigen laufenden und geplanten Projekte in Stuttgart erbringen und für welche Baugebiete sich die Technik wirtschaftlich einsetzen lässt. „Möglicherweise sind ja Fördermittel akquirierbar“, so Philipp Hill.