Art der Veröffentlichung
Datum
27.08.2015

Adolf Hölzel Künstlerhaus

In der Ahornstraße 22 in Stuttgart-Degerloch lebte und arbeitete der Künstler und Professor an der Stuttgarter Kunstakademie Adolf Hölzel bis zu seinem Tod im Jahr 1934. Dort entstanden die bedeutenden Pastellarbeiten seines Spätwerkes, hier fanden nach seiner Emeritierung als Professor und Rektor der Kunstakademie im Jahr 1919 Vorträge und Vorlesungen statt, und die Stuttgarter Avantgarde des „Hölzel-Kreises“ um Max Ackermann, Adolf Fleischmann und Camille Graeser traf sich dort ebenso wie der große Kreis seiner Schülerinnen und Schüler mit Oskar Schlemmer, Willi Baumeister und Ida Kerkovius. Nach dem Tod Adolf Hölzels blieb das 1905 erbaute Haus im Besitz der Familie und wurde als Ort der Bewahrung des Nachlasses und seiner Erforschung genutzt. Große Museumsausstellungen in der Bundesrepublik und Österreich über den Künstler aus Stuttgart wurden hier mit vorbereitet.

Mit dem Ziel, das "Hölzel-Haus" zu einem Ort der Forschung und Förderung des Ansehens von Leben und Werk ihres Großvaters zu machen, gründete Doris Dieckmann-Hölzel 2005 die Adolf Hölzel-Stiftung. Ihr vermachte sie nach ihrem Tod fünf Jahre später den gesamten Nachlass, einschließlich der großzügig gebauten Hölzel-Villa und dem dazugehörigen parkähnlichen Garten, um daraus einen Ort der kulturellen Begegnung zu machen, an dem wie zu Lebzeiten von Adolf Hölzel Lesungen, Vorträge, Symposien, Führungen und Konzerte stattfinden sollen.

„Wir finden die Idee interessant, in der Ahornstraße 22 in Degerloch ein Künstlerhaus für die Öffentlichkeit zu schaffen“, sagt der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Jürgen Sauer.


Gerichtet an die Adresse der Stadtverwaltung fragt die CDU-Gemeinderatsfraktion deshalb, wie die Konzeption eines Künstlerhauses in Stuttgart-Degerloch nach den Vorstellungen der Adolf Hölzel-Stiftung und des gleichnamigen Fördervereins bewertet wird, die neben der Schaffung von Museumsräumen für die Ausstellung von Werken Adolf Hölzels auch die Einrichtung einer Forschungsstätte zur Aufarbeitung seines künstlerischen Nachlasses, öffentliche Lesungen, Vorträge und Symposien sowie die Einrichtung von zwei bis drei Ateliers für junge Künstler und den Aufbau einer Malschule für Kinder vorsieht. Die Frage ist zudem, ob bei der Umsetzung der Idee dieses Künstlerhauses das erfolgreich laufende Kooperationsmodell der Stadt für das Otto Dix-Haus am Bodensee als Vorbild dienen kann. „Selbstverständlich ist die Weiterverfolgung der Idee auch von den Kosten abhängig, die die Stadt tragen müsste“, erklärt Stadtrat Jürgen Sauer.