Art der Veröffentlichung
Datum
22.7.2013

Areal an der Eichstraße - Rathausgarage

Städtebauliche Chance nutzen und umsetzen

Veranstaltungszentrum Rathaus – Qualität und Attraktivität erhalten

Wichtig ist der CDU-Fraktion, das Rathaus als vielgenutzten, begehrten sowie hoch geschätzten Veranstaltungsort zu erhalten. Dazu sind nicht zuletzt ausreichend viele Parkplätze notwendig, die sich in unmittelbarer Nähe zum Rathaus befinden. Dies ist die Maßgabe für die CDU bei der geplanten Neugestaltung auf dem Areal der jetzigen Rathausgarage, weshalb sie einen Antrag an die Stadtverwaltung gerichtet hat. 

„Zugegebender Maßen ist der Bereich direkt neben unserem Rathaus, also dort wo sich die  Rathausgarage befindet, städtebaulich alles andere als ein Juwel“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende, Alexander Kotz. Von echter Aufenthaltsqualität könne hier nicht die Rede sein, weshalb der Gemeinderat seit vielen Jahren mit der Stadtverwaltung darüber diskutiert, wie diese zentrale Fläche in der Innenstadt städtebaulich aufzuwerten ist.

Mit dem Siegerentwurf aus dem durchgeführten Architektenwettbewerb liegt ein Vorschlag auf dem Tisch, der dem Anspruch an Qualität im öffentlichen Raum genügt. Er sieht eine völlig neue Bebauung vor. „Wir plädieren dafür, diese Entwicklung und Aufwertung durch eine Neubebauung voranzutreiben und entsprechende Finanzmittel im kommenden Haushalt zur Verfügung zu stellen“, sagt der Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für Umwelt und Technik, Alexander Kotz, unmissverständlich. Ein weiterer Grund, der für rasches Handeln spreche, sei der bedenkliche bauliche Zustand der alten Rathausgarage. Auch dass eine die Kindertageseinrichtung direkt in der City benötigt wird, sei unverkennbar, weshalb er den Ansatz unterstütze, diese an dem Standort zu realisieren. „Allerdings sehen wir die Reduzierung der Stellplätze im Neubau auf 124 gegenüber heute 284 Stellplätzen als zu extrem, und regen daher an, das Raumprogramm nochmals zu überdenken.“

Das Rathaus ist mit das größte und mit am stärksten frequentierte Veranstaltungszentrum direkt in der inneren City. „Wir freuen uns, dass sich das Rathaus, gerade auch nach der Generalsanierung vor zehn Jahren, zu einem offenen Rathaus für die Bürgerinnen und Bürger entwickelt hat. Es wird mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen der verschiedensten Organisationen, Vereinen, Verbänden etc. bespielt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die zahlreichen Säle und Räume nicht genutzt werden. Dazu gehören zum großen Teil auch Veranstaltungen, die nur einen indirekten Bezug zu Stadtverwaltung oder Gemeinderat haben. Hinzu kommt, dass in der direkten Umgebung des Rathauses zahlreiche Veranstaltungen (z.B. Weindorf, Sommerfestival der Kulturen) und Märkte (Wochenmarkt, Weihnachtsmarkt, Frühjahrs- und Herbstflohmarkt) im öffentlichen Raum stattfinden. All diese Veranstaltungen gehen mit einer intensiven Nutzung der Rathausgarage einher.

Würde man heute das Rathaus mit seiner heute typischen Eigenschaft als Veranstaltungszentrum neu bauen, so würde mit Sicherheit eine Tiefgarage direkt unter dem Rathaus erstellt werden. Diese heute gängige Form von Park-Infrastruktur ist hier im Nachhinein leider nicht mehr in die Realität umsetzbar.

Mit der Rathausgarage bietet sich den Veranstaltungsbesuchern aber ausreichend Parkraum, zumal er nur wenige Meter vom Veranstaltungszentrum Rathaus entfernt ist. Die weiteren Parkmöglichkeiten im Umfeld des Rathauses (Schwabenzentrum, Schillerplatz, zukünftiges Dorotheen-Quartier, Steinstraße und Breuninger) sind zur Nutzung bei Veranstaltungen im Rathaus dagegen weit weniger attraktiv. Hinzu kommt, dass das nächst gelegene Parkhaus an der Steinstraße mittelfristig – zumindest, was seinen oberirdischen Teil angeht – abgerissen werden soll. Die Fußwegeverbindungen all dieser Parkierungsmöglichkeiten zum Rathaus sind bei schlechtem Wetter oder im Winter deutlich schlechter und beschwerlicher. Auch in Anbetracht des demografischen Wandels – es wird mehr ältere Menschen geben, die oft schlecht zu Fuß sind – ist ausreichend Parkraum in unmittelbarer Nähe zum Rathaus sinnvoll und notwendig.

„Kein Besitzer oder Betreiber eines Veranstaltungszentrums wie dem des Rathauses würde freiwillig die Qualität seiner Stätte durch so umfangreichen Wegfall von Stellplätzen in unmittelbarer Nähe mindern, wie es das Raumprogramm des Architektenwettbewerbs vorsieht. Die bisherige Auslastung der Rathausgarage mit 70 bis 100 Prozent an nahezu allen Tagen und Abenden unterstreicht die Notwendigkeit dieses Angebotes an dieser Stelle.“

Hinzu kommt, dass durch die städtebaulichen Veränderungen im Zuge der Neubebauung ca. 50 oberirdische Stellplätze rund um die bisherige Garage wegfallen. Dass diese zumindest in Teilen in der neuen Garage kompensiert werden, erscheint zwingend.  

Während sich für Büronutzung immer wieder auch größere Flächen zur Anmietung oder zum Erwerb im Umfeld des Rathauses ergeben, besteht die Möglichkeit, Parkraum zu schaffen, nur an der Stelle der bisherigen Rathausgarage.

Alexander Kotz: „Wir haben deshalb beantragt, dass der Beschluss über die einschlägigen Vorlagen zur Neubebauung des Areals an der Eichstraße erst gefasst wird, wenn die Verwaltung noch offene Fragen beantwortet hat“:

-     Wie könnte eine Weiterentwicklung des Siegerentwurfs aussehen, hin zu mehr Parkierungsmöglichkeiten? Dabei soll darauf Wert gelegt werden, dass die Fassadengestaltung nicht auf ein Parkhaus schließen lässt. Wie viele Parkplätze könnten dann im Projekt geschaffen werden?

-     Wie würden sich die Baukosten und die Wirtschaftlichkeit des Projektes verändern, wenn der Anteil Parken gegenüber anderweitiger Nutzungsarten erhöht werden würde?

-     Welche zeitlichen Auswirkungen hätte eine Weiterentwicklung des Siegerentwurfs auf die Realisierung des Projekts?

Eine klare Stellungnahme zu den aufgeworfenen Fragen sieht die CDU als wichtige Voraussetzung für eine auf lange Sicht gute Lösung auf dem Areal an der Eichstraße und für die Durchführung von Veranstaltungen im und um das Rathaus. Doch leider hat sich die öko-soziale Mehrheit im Gemeinderat bereits jetzt für die Neubebauung entschieden, wie sie derzeit projektiert ist und damit gegen den Antrag der CDU und somit für die enorme Reduzierung von Stellplätzen – wirklich schade! Darin zeigt sich aber wieder einmal die ideologiebehaftete Politik des öko-sozialen Lagers gegen das Auto.  

Erreicht hat die CDU-Fraktion, trotz des vom öko-sozialen Lager abgelehnten Wunsches der CDU-Fraktion nach Überarbeitung bzw. Weiterentwicklung des Konzepts für die Rathausgarage, dass die entsprechende Vorlage zur Behandlung im Gemeinderat vertagt worden ist. So kann doch noch die Suche nach mehr Stellplätzen im Erdgeschoss stattfinden und die Beratung im Herbst dann fortgesetzt werden. „Für uns muss es sich aber um ein spürbares „Mehr“ an Parkplätzen handeln, damit wir die Umgestaltung an der Eichstraße insgesamt unterstützen können“, hält Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz fest.