Art der Veröffentlichung
Datum
15.11.2017

CDU Fraktion zum Zwischenstand der Standortuntersuchungen für die Interimsoper

Der Verwaltungsrat der Staatstheater hat im Juli 2017 die vertiefende Untersuchung von drei Alternativstandorten für den Oper-Interimsbau beauftragt. Die CDU Fraktion ging ergebnisoffen in diesen Prozess der Untersuchung.

Diese Woche wurden die ersten Ergebnisse im Ausschuss für Umwelt und Technik durch Oberbürgermeister Kuhn und Bürgermeister Pätzold öffentlich vorgestellt.

Für die CDU Fraktion ergeben sich aus diesem Bericht folgende Erkenntnisse.

Der Bereich Eckensee / Schlossgarten als einziger innerstädtischer Standort soll nicht weiterverfolgt werden. Zu viele und ganz unterschiedliche Ergebnisse der vertiefenden Untersuchung sprechen gegen diesen Interimsstandort. Wir bedauern allerdings, dass damit kein Standort in der Innenstadt mehr zur weiteren Diskussion steht. Daraus ergeben sich für mehrere Jahre der Verlust einer unserer wichtigsten Kultureinrichtungen in der City und damit auch das Fehlen eines Besuchermagneten in unserer Innenstadt. 

Die beiden verbleibenden Standorte „Paketpostamt“ und „Neckarpark“ sind unserer Einschätzung nach grundsätzlich möglich. Beide Standorte haben unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Neben vielen anderen Punkten ist für die CDU Fraktion klar, dass der Standort Paketpostamt tatsächlich nur ein Interim sein kann, das heißt, dass das Gebäude nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Oper abgerissen werden muss. Die Parkentwicklung an dieser Stelle war und ist einer der entscheidenden Eckpunkte des städtebaulichen Projekts Stuttgart 21.

Am Neckarpark bestünde grundsätzlich die Chance, ein Gebäude auch auf Dauer zu erstellen, sofern die Voraussetzung für ein attraktives Nachnutzungskonzept gegeben wäre. Bei der in den Medien diskutierten Investitionshöhe in Höhe von ca. 50 Mio. € stellt sich die Frage, ob dann nicht auch eine dauerhafte Nutzung des Gebäudes ermöglicht werden sollte. Selbstredend würden dies Nutzungen jenseits der einer Oper / eines Konzertsaals umfassen können.

Leider konnte jedoch der Oberbürgermeister in der Sitzung keine belastbaren Zahlen, besser gesagt, überhaupt keine Zahlen zu den möglichen Kosten der beiden Alternativstandorte nennen. Die einzig dazu gemachte Aussage „Am Neckarpark wird es teurer als im Paketpostamt“ kann den Gemeinderat vor dem Hintergrund der Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler nicht zufriedenstellen.

Gerade bei einem gemeinsamen Projekt mit dem Land muss man leider bei den Kosten sehr genau hinsehen. Das liegt daran, dass die dafür zuständige Landesbauverwaltung bei der Kostenprognose für die beiden Projekte „Sanierung des Schauspielhauses“ und „Neubau der John-Cranko-Schule“ völlig versagt hat. Die für die beiden Projekte prognostizierten Kosten wurden real immens überschritten.   

Vor diesem Hintergrund bitten wir, dass die Stadt durch den Oberbürgermeister – vor einer Entscheidung im Verwaltungsrat – eine solche Kostenberechnung für die beiden Alternativstandorte dem Gemeinderat vorlegt. Diese sollte von der Stadt auch intern oder extern auf Plausibilität geprüft werden.

Unserer festen Überzeugung nach muss Teil einer vertiefenden Untersuchung eine Kostenberechnung sein, die gleichermaßen mit als Entscheidungsgrundlage fungiert.

Darüber hinaus bitten wir den Oberbürgermeister, ein Verfahren aufzuzeigen, das bei etwaiger Entscheidung für das Paketpostamt, dessen Abriss im Anschluss an die Opernmodernisierung sicherstellt.


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