Art der Veröffentlichung
Datum
23.04.2015

CDU setzt sich durch

„Lange haben wir uns mit dem Thema Windkraftanlagen im Gebiet Tauschwald beschäftigt und das Für und Wider diskutiert“, erklärt Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. „Das Ergebnis ist, dass wir den Standort nicht gutheißen können und das weitere Verfahren zur Errichtung von zwei Windkraftanlagen ablehnen.“ Die CDU-Gemeinderatsfraktion und die drei -Bezirksbeiratsfraktionen Weilimdorf, Feuerbach und Botnang vertreten diese Position.

„Wir begrüßen es, dass die Vorlage im Ausschuss für Umwelt und Technik abgelehnt worden ist – bei einem Abstimmungspatt mit der Stimme des Oberbürgermeisters für das weitere Verfahren.“ Die endgültige Entscheidung findet am 7. Mai im Gemeinderat statt.

Keineswegs werden seitens der CDU damit die Anstrengungen in Sachen Energiewende in Frage gestellt. Im Gegenteil, die Energiewende zu schaffen, gehört zu den wichtigsten Herausforderungen dieser Zeit. Klar ist, die Beiträge dazu müssen vor allem lokal geleistet werden.

Die Biogasanlage in Zuffenhausen oder die Energiegewinnung aus Abwasser im Neckarpark zeigen beispielhaft Wege auf, wie Stuttgart seinen Beitrag zur Verfolgung der übergeordneten Aufgabe leisten kann. Die Energieeinsparung in Gebäuden und Produktionsprozessen ist hierbei ebenfalls von Bedeutung.

Beim Windkraftprojekt Tauschwald ist von einer Renditespanne von nur ein bis sechs Prozent auszugehen. Sollte diese in der Realität noch kleiner werden, wäre der finanzielle Aufwand nicht mehr darstellbar. Bei anderen Windkraftprojekten dagegen, an welchen die Stadtwerke Stuttgart beteiligt sind, ist der Output an „Energiewende“ beziehungsweise an CO²-Ausstoß-Reduzierung pro eingesetztem Euro wesentlich höher.

Zudem dient der Tauschwald den Menschen als Naherholungsgebiet. Das Vorhaben aber würde einen kaum zu verschmerzenden Eingriff bedeuten – und das für ein offensichtliches Prestigeobjekt des Oberbürgermeisters.

Auch stellt sich die Frage, ob die Vorteile des Projektes nicht bereits allein wegen der zu beachtenden Vorgaben zum Artenschutz Nachteile für den Betrieb der Windkraftanlagen ergeben, welche die Vorteile völlig „aufbrauchen“.

Weite Teile in der Stuttgarter Bevölkerung lehnen das Windparkprojekt inmitten des dicht besiedelten Gebietes ab. „Es wäre geradezu töricht, wenn die Politik wegen zweier Windräder mit sehr überschaubarem Beitrag zur Energiewende die sonst grundsätzlich positive Stimmung der Bürgerinnen und Bürger zur Energiewende gefährden würde. Wir als CDU-Fraktion wollen diese positive Grundstimmung nicht durch ein Prestigeprojekt im Tauschwald aufs Spiel setzen.“