Art der Veröffentlichung
Datum
20.03.2015

CDU will Bürger schützen - nicht Messstellen

„Der Verkehr muss weitest möglich aus Wohnbezirken raus gehalten werden“

Im Zusammenhang mit dem Baubeschluss des Rosensteintunnels wurden zusätzliche Straßen-Begleitmaßnahmen beschlossen. Diese sollen den positiven Effekt des neuen Tunnels noch verstärken, indem sie – wie zum Beispiel beim sogenannten Durchstich der Werderstraße – bisherigen Durchgangsverkehr durch Wohngebiete verringern und diesen auf Hauptverkehrsachsen bündeln. So soll durch den Anschluss der Werderstraße an die Cannstatter Straße die Neckarstraße und der Stöckach von Verkehr, Abgas und Lärm entlastet und dieser Verkehr auf die Bundesstraße umgeleitet werden. Vor dem Hintergrund, dass in der Neckarstraße und am Stöckach viele Bürgerinnen und Bürger wohnen und an der Cannstatter Straße kaum jemand, eine logische Planung.

"Wir haben der Presse entnommen, dass das Regierungspräsidium mit Bürgermeister Hahn gemeinsam diese Maßnahme nun nicht umsetzen will“, sagt Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. Entgegen der bisherigen Planung würde, so führt der Stadtrat weiter aus, demnach der Verkehr dann nicht mehr auf der Bundesstraße gebündelt werden, mit dem Effekt, dass an der dortigen Meßstelle am Neckartor sicherlich bessere Feinstaubwerte erreicht werden könnten. „Doch stattdessen den Verkehr weiter wie bisher unter den Fenstern der Anwohner an der Neckarstraße, am Stöckach und beispielsweise auch direkt vor der Tür des Zeppelin-Gymnasiums vorbeizuführen, ist mit uns nicht zu machen.“ Ein solcher Negativ-Effekt würde sich sogar fortführen. Denn hatten sich die Nutzer des Radweges entlang der Neckarstraße eine attraktivere Strecke erhofft, weil zukünftig weniger Autoverkehr hier unterwegs sein würde, so wäre es mit der Abkehr von der bisherigen Planung auch mit dieser Aussicht dahin. 

Alexander Kotz: „Wir fragen uns, ob es die neue Strategie der Verkehrsplanung in Stuttgart ist, den Verkehr möglichst von Hauptverkehrsachsen mit Feinstaubmeßstellen wie Cannstatter Straße oder Hohenheimer Straße in Neben- und Wohnstraßen aufzufächern.“

Das kann und darf nicht sein! „Wir als CDU wollen in erster Linie die Anwohner vor Verkehr, Abgasen und Lärm schützen und nicht die Meßstellen!“, stellt Alexander Kotz klar.

Er hat deshalb für seine Fraktion bei der Stadtverwaltung beantragt, dass die geplante Begleitmaßnahme „Durchstich Werderstraße“ weitergeplant und umgesetzt wird. Er fordert einen Bericht von Stadtverwaltung, um zu erfahren, ob an ihrer bisherigen Strategie der Verkehrsbündelung etwas geändert hat. Dabei verlangt er auch Auskunft darüber, ob es weitere, ähnlich gelagerte aktuelle Fälle gibt, wie der an der Werderstraße.

„Für uns steht klar: Die CDU-Fraktion will keine Abkehr von den beschlossenen Begleitmaßnahmen zum Rosensteintunnel und genauso wenig eine neue Strategie der Stadt zur Verkehrsbündelung beziehungsweise Auffächerung.“ Die Messstationen seien schließlich dazu da, aussagekräftige Werte zu ermitteln, und zwar gerade auch dort, wo der Verkehr rollt beziehungsweise wo er zu bündeln ist, um anderswo die Menschen davon zu entlasten. Das heißt gleichermaßen, dass geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität insgesamt verfolgt werden.