Art der Veröffentlichung
Datum
21.05.2015

Ehrenamt für Migranten

Kürzlich hat in Karlsruhe an der Karlshochschule International University ein Forschungsprojekt namens Diverse der Europäischen Union stattgefunden, das zum Ziel hatte und hat, die Kompetenzen von Nicht-EU-Bürgern für den Einsatz im Freiwilligendienst zu nutzen.

Oftmals werden Abschlüsse aus Drittstaaten nicht ohne weiteres anerkannt. Eine Anstellung zu finden ist schwierig. „Doch Fähigkeiten verkümmern und der Wille zum ehrenamtlichen Engagement wird unterdrückt, wenn kein Angebot vorhanden ist, sich als Drittstaatler in die Gesellschaft aktiv einbringen zu können“, stellt Stadtrat Dr. Fabien Mayer, der Sprecher der CDU-Fraktion im Internationalen Ausschuss, fest. Ist dies aber der Fall, könne sich ein deutlicher Mehrwert ergeben. „Die Gesellschaft gewinnt durch das Freiwilligenengagement, das gleichzeitig integrative Wirkung für Menschen mit Migrationshintergrund entfalten kann.“ 

In Anbetracht der Tatsache, dass hiesige Vereine oftmals Nachwuchsprobleme haben und schlichtweg Personalkraft im Bereich Ehrenamtlichkeit gefragt ist, kann die Einbindung von Migranten, die der deutschen Sprache mächtig sind, durchaus förderlich sein. Selbstredend bedarf es dazu auch einer gewissen Offenheit der Institutionen im Freiwilligkeitsbereich. „Wir sind aber der Meinung, dass diese offene Grundhaltung in unserer Stadtgesellschaft gegeben ist.“


 „Ausgeschlossen werden sollte unserer Auffassung nach, dass ehrenamtliches Engagement hauptamtliche Tätigkeit sozusagen ersetzt – Sozialdumping darf nicht die Tür geöffnet werden“, sagt Stadträtin Iris Ripsam. Ziel müsse deshalb vielmehr sein, den ehrenamtlichen Einsatz von Drittstaatlern auf solche Bereiche zu konzentrieren, wo echter Bedarf und keine Konkurrenz zum professionellen Bereich bestehe.


Um mehr über das Projekt zu erfahren und in diesem Sinne voranzukommen, hat die CDU-Fraktion eine offizielle Anfrage an die Stadtverwaltung gerichtet. Um eventuell kurzfristig und aus erster Hand Aktuelles zu erfahren, wird darin gefragt, ob Vertreter der Stadt Stuttgart bei den stattgefunden Foren zur Vorstellung der Projektergebnisse von Diverse in Karlsruhe anwesend gewesen sind. Interessant wäre es, so heißt es weiter, wenn die Ergebnisse, sofern positiv, auf Übertragbarkeit auf die Landeshauptstadt Stuttgart untersucht werden würden. Nach Möglichkeit sollen die Erfahrungen aus dem EU-Projekt im dafür zuständigen Ausschuss vorgestellt werden. Schließlich geht es dabei ja auch um die effektive Verbreitung der Projektergebnisse und ihre Praktikabilität für eine Stadt wie Stuttgart.