Art der Veröffentlichung
Datum
28.07.2016

Familienhebammen stärken

Examinierte Hebammen sind hoch qualifiziert und verrichten unvergleichlich wertvolle Arbeit bei der Geburt und danach für Mutter und Kind.

Immer wieder hört man, dass es wenige, um nicht zu sagen zu wenige Hebammen gibt. Ein Grund dafür ist wohl die hohe Haftpflichtversicherung, die Hebammen abschließen müssen, was mitunter die Ausübung dieses Berufs unattraktiv macht. Aber auch Hebammen, welche die Familien postnatal begleiten, sind rar, wohl weil verschiedene Rahmenbedingungen für diesen Berufszweig nicht stimmig sind.

Die Sprecherin der CDU-Fraktion im Jugendhilfeausschuss, Iris Ripsam MdB, sagt: „Gerade in Sachen Kinderschutz ist die familienbegleitende Unterstützung durch Hebammen beziehungsweise Familienhebammen während der Schwangerschaft sowie bei und nach der Geburt von immenser Bedeutung. Denn sie können der jungen Mutter wichtige Hilfestellung bei unterschiedlichen Fragen geben.“ Zudem seien sie die ersten, die erkennen, ob für das Kindeswohl vollumfänglich gesorgt ist oder ob Bedarf an einer spezifischen Unterstützung besteht. Die Familienhebamme könne den Zugang zum Hilfesystem aufzeigen.

„Unsere Gesellschaft muss den Anspruch haben, diese unmittelbare Arbeit für Mutter und Kind durch qualifizierte Hebammen und insbesondere auch durch Familienhebammen mit deren Zusatzqualifikation leisten zu können.“ Das Neugeborene stehe im Mittelpunkt – im Bedarfsfall müsse ihm sowie der Mutter beziehungsweise der Familie besondere Hilfe zuteilwerden.

Da für die meist selbständigen Hebammen nachvollziehbar das Risiko respektive die Kosten für die Haftpflicht oft zu hoch sind, als dass sie sich in der Lage sehen, den erlernten Beruf tatsächlich ausüben, ist nach tragfähigen Lösungen zu suchen, die den Anreiz für diese Berufswahl und -ausübung erhöhen.

Mit der Intention, die Attraktivität der Berufsausübung für Familienhebammen zu steigern, stellt die CDU-Fraktion die Frage an die Adresse der Stadtverwaltung, ob Familienhebammen nicht verstärkt im Angestelltenverhältnis arbeiten könnten. So sollte geprüft werden, ob im Bereich Kinderschutz tätige freie Träger Familienhebammen unter Inanspruchnahme von SGB V-Leistungen anstellen könnten. In eine ähnliche Richtung geht die Frage, wie Krankenhäuser mit Geburtshilfestation von den hohen Versicherungsprämien entlastet werden können, so dass es leichter fällt, Hebammen einzustellen.

Stadträtin Iris Ripsam stellt klar: „Der Kinderschutz ist eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Die Stadt muss schauen, inwieweit sie hier unterstützend wirken kann.“