Art der Veröffentlichung
Datum
01.09.2016

Flüchtlingsarbeit mit Anspruch

Die Flüchtlingsarbeit in Stuttgart befindet sich auf einem guten Weg. Sehr viel Engagement vor allem auch der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer wird eingesetzt, um die Flüchtlinge hier bei uns zu integrieren. 8.481 Personen mit Stand 1. Juli 2016 leben in Stuttgart in Flüchtlingsunterkünften, was einer Steigerung von 467 Prozent des Wertes aus dem Mai 2014 entspricht. Das bedeutet selbstredend eine enorme Herausforderung in vielerlei Hinsicht. Ein wesentliches Merkmal des „Stuttgarter Modells“ ist die dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge, also ihre Verteilung auf die Stuttgarter Stadtbezirke. Unter anderem Freundeskreise haben sich gebildet, die die Flüchtlinge in ganz unterschiedlichen Lebenslagen unterstützen und sich für eine gute Integration einsetzen.

Im November letzten Jahres hat der Oberbürgermeister eine Task Force „Integration von Flüchtlingen“  ins Leben gerufen. Sechs Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten wurden unter ihrem Dach gebildet. Im Juli 2016 haben ihre Sprecher, die aus unterschiedlichen städtischen Fachbereichen kommen, ihre bisherigen  Ergebnisse im Sozial- und Gesundheitsausschuss öffentlich vorgestellt. Als überaus lobenswert wurde das Erreichte von den meisten Fraktionen gewertet. Für Thomas  Fuhrmann, den mit Flüchtlingsangelegenheiten Betrauten der CDU-Fraktion, gibt es keine vernünftige Alternative zur nachhaltigen Eingliederung der hier bleibenden Flüchtlinge auf dem bereits eingeschlagenen erfolgreichen Weg in Stuttgart. „Das Thema Wohnen stellt einen wichtigen Teil der Integration dar.“

Einer der Arbeitskreise hat die Bezeichnung „Sprache und kulturelle Werte“. Hier geht es mit darum, demokratische Werte, Grundrechte und die daraus abgeleiteten Regeln und Normen zu vermitteln.

Die Sprache ist wohl der Schlüssel zum Verstehen und zum sich eingliedern können. Jedoch ist sie sicher nicht alles. Die in unserer Gesellschaft tradierten Werte sind die Basis für ein gutes Zusammenleben. Dazu gehören solche wie Toleranz gegenüber anders Gläubigen, Gleichberechtigung von Frau und Mann, Akzeptanz von unterschiedlichen Lebensformen und -partnerschaften. In diesem Anspruch mag eine besondere Herausforderung für eine nachhaltig gelingende Integration liegen.

Zu betonen ist: Integration ist keine Einbahnstraße – gegenseitiges Bemühen ist unabdingbar.

Stuttgart steht für vorbildliche Integration – und dafür stehen Namen wie die der Altoberbürgermeister Prof. Manfred Rommel und Prof. Dr. Wolfgang Schuster und auch der amtierende Oberbürgermeister Fritz Kuhn.