Art der Veröffentlichung
Datum
27.10.2016

"Garden-Campus-Vaihingen"

Gewerbe-Gebiete werden in Stuttgart dringend benötigt, wenn die Stadt Arbeitsplätze erhalten und die Steuerkraft erhalten will. In Stuttgart und in der Region mangelt es heute schon an Büro- und Gewerbeflächen. Auch die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren eine nicht geringe Anzahl von Gewerbeflächen zugunsten von Wohnungsbau aufgegeben worden ist, muss aufhorchen lassen und dazu veranlassen, mögliche Chancen zur Sicherung von Gewerbeflächen zu nutzen. So sind etwa das Neoplan-Areal in Möhringen, das Auto Staiger Areal in Nord, das Schoch-Areal in Feuerbach oder der Diakonie-Standort in Ost in Flächen zur Wohnentwicklung umgewandelt worden.

„Das ehemalige IBM-Areal in Stuttgart-Vaihingen, nunmehr „Garden-Campus-Vaihingen“ genannt, würde die seltene Chance darstellen“, so erklärt Fraktionsvorsitzende Alexander Kotz, „eine bedeutende Gewerbefläche zu erhalten und weiter zu entwickeln.“ Gerade in Vaihingen, wo es viele unterschiedliche Wissenschaftsinstitute gibt, würde es Sinn machen, forschungsbezogene Dienstleistungen und Gründerunternehmen anzusiedeln.     

Ein dem derzeit stattfindenden Architektenwettbewerb vorgeschaltetes und vom Oberbürgermeister durchgeführtes Kolloquium hat wegweisende Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Areals erarbeitet. Neben der zwingenden Sanierung der denkmalgeschützten Eiermann-Gebäude ist als Ergebnis festgehalten worden, dass der zukünftige Nutzungsmix auf dem Gelände einen Wohnflächenanteil von rund 25 Prozent und einen Anteil von 75 Prozent für die Nutzung als Wissenschafts- sowie als Gewerbestandort aufweisen soll. Doch die jetzt vorgelegten Entwürfe weisen einen Wohnanteil von 42 bis 67 Prozent auf!

Selbstverständlich ist jedem bewusst, dass Wohnungsknappheit in Stuttgart herrscht. Aber jetzt, wie von Grünen, SPD, SÖS-Linke-PluS und AfD mehrheitlich beschlossen, im weiteren Prozess den Wohnanteil in seiner Größenordnung nicht genauer zu definieren, sondern eine breite Marge zuzulassen, die bis auf Zweidrittel Wohnen geht, konterkariert das Ansinnen, den Gewerbeanteil hoch zu halten. Alexander Kotz: „Auch dass nicht, wie von uns dargelegt,  zumindest vorab einmal geprüft wird, ab wie vielen Einwohnern ein auf dem Eiermann-Campus entstehender Stadtteil überhaupt funktionsfähig ist, erscheint schildbürgerhaft. Denn so verfährt man nach dem Prinzip Hoffnung. Die Hoffnung stirbt jedoch, wenn am Ende nicht nur keine Gewerbeflächen in größerem Umfang, sondern auch kein funktionierender Stadtteil entstanden wären.“