Art der Veröffentlichung
Datum
25.3.2013

Grundschulen – richtungsweisender CDU-Antrag wird abgeschmettert

CDU-Fraktion fordert Betreuungsangebot für Grundschulen, das den Bedürfnissen der Kinder und Eltern gerecht wird

„Hier hat die Ideologie über die Vernunft gesiegt“, kommentieren die Stadträte Alexander Kotz und Iris Ripsam das Abstimmungsergebnis im Verwaltungsausschuss. Das sei sehr bedauerlich, da der Antrag der CDU-Fraktion die nachvollziehbaren Bedürfnisse der Eltern in Sachen Flexibilisierung bei den Ganztagesgrundschulen und Betreuungsangebot für Halbtagesschulen aufgegriffen habe.

Beantragt hatte die CDU, dass das bestehende Modell der „Außerschulischen Bildung und Betreuung“ bei Grundschulen mit Halbtageszug fortgesetzt, ausgebaut oder wenn gewünscht, eingeführt werden kann. Ein Modell, das immerhin von 99 Stuttgarter Schulen (darunter 49 Grund- und Hauptsschulen) im Schuljahr 2010/11 gerne in Anspruch genommen worden ist, nicht zuletzt deshalb, weil es ein hohes Maß an Flexibilität in der Nachmittagsbetreuung gewährleistet. Jetzt wird das Projekt an den Grundschulen, wo man es bereits praktiziert, beendet. Die Möglichkeit, dieses Programm je nach Bedarf täglich bis 17 Uhr anzubieten, wurde abgelehnt. Außerordentlich schade für die Familien ist dies auch deshalb, weil ein entsprechender sowie notwendiger Haushaltsansatz dafür da gewesen wäre.

Auch bei der Option, das Kind an der Ganztagesgrundschule je nach Bedarf bis 15 Uhr oder 16 Uhr zu lassen, ist Flexibilität verloren gegangen, da das Kind nur noch in begründeten Fällen bereits vor 16 Uhr die Schule verlassen darf. „Eigentlich müsste es ja Grund genug sein, mit seinem Kind etwas gemeinsam unternehmen zu wollen, um es bereits um 15 Uhr direkt nach dem Unterricht abzuholen – doch dem steht jetzt die Schulpflicht bis 16 Uhr entgegen“, sagt Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. Dabei findet von 15 Uhr bis 16 Uhr kein Unterricht statt – es ist eine reine Betreuungsstunde. Und auch das von den Bürgerlichen geforderte „Mehr“ an Flexibilisierung, indem an (teil-)gebundenen Ganztagesgrundschulen für Halbtagesklassen die Verlässliche Grundschule um eine Stunde von 14 Uhr aus 15 Uhr ausgedehnt wird, fand keine Mehrheit.

Die schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion Iris Ripsam: „Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum die berechtigten Interessen vieler Familien mit der Ablehnung unseres Antrages in den Wind geschrieben worden sind.“ Die Eltern müssten doch die Entscheidungsfreiheit haben, ihr Kind beispielsweise nur an einem Tag in der Woche in die Nachmittagsbetreuung schicken zu können und es an den anderen Nachmittagen lieber selbst zu betreuen, weil sie der Überzeugung sind, hier eine für die Familie wichtige Zeit zur eigenen Verfügung zu haben. Doch diese Wahlfreiheit gäbe es nun – wohl aus ideologisch motivierten Gründen – nicht, was wirklich bedauerlich sei.

Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz: „Eine Erklärung für dieses Verhalten ist ansonsten in Wahlkampftaktiken zu suchen. Es geht also nicht um die Sache an sich, sondern einzig darum sich durchzusetzen