Art der Veröffentlichung
Datum
17.05.2018

Interimsoper nachhaltig nutzen

Mit der Sanierung des Operngebäudes samt Neubau des Kulissengebäudes und mit der Schaffung eines in diesem Zusammenhang notwendigen Interimsspielortes steht die Stadt vor einem der größten und komplexesten Bauvorhaben, an dem sie in den letzten Jahrzehnten beteiligt war. Die Tatsache, dass das Land Baden-Württemberg als gleichberechtigter Partner mit am Tisch sitzt, macht es nicht gerade einfacher.

Die Diskussion um den Standort der Interimsspielstätte in den letzten Monaten hat leider aufgezeigt, dass die zuständige Behörde beim Land nicht in der Lage ist, solche Projekte und noch nicht einmal deren Vorbereitung professionell zu managen. „Der Öffentlichkeit wurde vorgegaukelt, man hätte in der Frage des Interims die Lösung gefunden – heute wissen wir, dass wir ganz zurück auf Los müssen. Der grüne Oberbürgermeister Kuhn, die grüne Wissenschaftsministerin Bauer und die ebenfalls grüne Staatssekretärin im Finanzministerium Splett als die zentralen Personen im Verwaltungsrat der Staatstheater stehen vor dem Scherbenhaufen ihrer Interimsplanung“, sagt Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. Die CDU-Fraktion habe die ausschließliche Konzentration auf den Standort Paketpostamt immer kritisch gesehen.

Das abrupte Ende des Projekts Paketpostamt bietet aber auch Chancen. So können die in den vergangenen Monaten gewonnenen Erkenntnisse nun in einen neuen Prozess mit einfließen.

Für die CDU-Fraktion ist klar, ein reines Interim mit Kosten jenseits der 50 Millionen Euro ist nicht zu vertreten. Am besten wäre deshalb, die Interimsoper später durch eine Philharmonie weiter zu nutzen, zumal dafür eine echte dauerhafte Nachfrage besteht. „Wir gehen davon aus, dass bei einer solchen Lösung ein Nachhaltigkeitsanteil von mindestens 50 Prozent besteht“, erklärt Alexander Kotz. „Der Anspruch an eine solche neue Philharmonie muss freilich sein, dass sie kulturell und architektonisch ein europaweites Ausrufezeichen setzt und ein neuer Magnet für unsere Stadt wird.“

Um die wichtigen Fragen eines Philharmonie-Neubaus, der Architektur und des Standorts zeitnah zu diskutieren, schlägt die CDU-Fraktion die Durchführung eines Kolloquiums vor.

„Hamburg hat mit der Elbphilharmonie gezeigt, welch positive Wahrnehmung ein einzelnes Bauwerk international auslösen kann. Wir in Stuttgart müssen zeigen wollen, dass so etwas auch bei uns, selbstredend im Kontext der Stuttgarter Maßstäbe, machbar ist. Eine Unterscheidung soll jedenfalls auch darin liegen, dass hier Kosten- und Bauzeitplanung für die Projektumsetzung Bestand haben.“