Art der Veröffentlichung
Datum
14.07.2016

Kita-Räume "bespielen"

Die Stadt Stuttgart ist mit viel Geld und Aufwand dabei, die Kita-Infrastruktur auszubauen. Das mit Erfolg! Und es werden weitere Kita-Gruppen folgen. Damit kommt die Stadt der steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen sowie dem diesbezüglichen gesetzlichen Anspruch nach.

Leider hört man aber auch immer wieder, dass Kita-Gruppen wegen Personalmangels nicht eröffnet werden können. Der Grund liegt wohl darin, dass es schlichtweg zu wenige Erzieherinnen auf dem Arbeitsmarkt gibt.

Mit diesem Umstand des fehlenden Personals geht die Gefahr einher, dass sich Kitas gezwungen sehen könnten, die Betreuungszeiten einzuschränken. Auch dies hätte den Effekt von nicht genutzten räumlichen Kapazitäten.

Ein weiterer negativer Effekt nicht genutzter Kita-Plätze ist, dass Eltern dementsprechend entweder ihr berufliches Engagement zeitlich einschränken oder zusätzlich privat eine Kinderbetreuung organisieren müssen. Beides schlägt sich finanziell nachteilhaft beim verfügbaren Familieneinkommen zu Buche. Dies passt eigentlich nicht in die Zeit und bei genauer Analyse wird klar, dass dies das ambitionierte Bestreben, den Deckungsgrad an Kita-Plätzen stadtweit sukzessive zu erhöhen, konterkariert. Denn theoretisch erfüllt man zwar zusehends Vorgaben, praktisch aber hinkt der Anspruch weiter der Realität hinterher.

„Deshalb“, so ist Stadträtin Nicole Porsch überzeugt: „muss das Ziel bei allen Schwierigkeiten sein, die vorhandenen beziehungsweise geschaffenen Kitas und Kita-Gruppen, und zwar  städtische wie freie Träger, auch tatsächlich bespielen zu können.“ Um in dieser Aufgabe weiter zu kommen, hat die CDU-Fraktion im Gemeinderat detaillierte Fragen an die Stadtverwaltung gestellt.

Zunächst ist es wichtig genaue Zahlen darüber zu bekommen, wie viele Kita-Gruppen aufgrund nicht vorhandenen Personals aktuell nicht öffnen können und welche Standorte konkret betroffen sind. „Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass es im mittelfristigen Zeithorizont ein spezifisches Personalmanagement der Stadt geben muss, das darstellt, wie die benötigten Kita-Mitarbeiterinnen in der Planung bis zu fünf Jahren gewonnen beziehungsweise rekrutiert werden können.“ Aber auch kurzfristig sind verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um die leer stehenden Kita-Räumlichkeiten zweckbestimmt zu nutzen. Dazu gehören auch Pläne, wie mögliche zeitliche Einschränkungen bei bestehenden Betreuungsangeboten kurzfristig abgewendet werden können.

„Wir müssen uns dem Problem gemeinsam offensiv stellen, um zu praktikablen Lösungsansätzen zu kommen.“