Art der Veröffentlichung
Datum
26.02.2015

Kompromiss "Hofener Straße"

„Die Sperrung der Hofener Straße“ war über viele Jahre ein Politikum in der Stadt, insbesondere in den Stadtbezirken Münster, Mühlhausen und Bad Cannstatt. Jetzt konnte eine Kompromisslösung gefunden werden. Wie es ein Kompromiss so an sich hat, entsteht ein solcher, indem sich jeder ein Stück weit bewegt. Passiert dies nicht, herrscht Stagnation oder ein Teil der Betroffenen ist unzufrieden, weil sich eine Mehrheit gegen ihn durchsetzt. „Letzteres hätte unserer Stadtgesellschaft nicht gut angestanden“, sagt Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. „Umso verwunderlicher ist es, dass die Grünen und der grüne Oberbürgermeister die jetzt entwickelte Lösung nicht unterstützt haben, zumal Oberbürgermeister Kuhn genau für diese Situation die Notwendigkeit eines Kompromisses angemahnt hatte.“

Tatsache ist, dass die vom Oberbürgermeister als Kompromiss bezeichnete Vorlage in Sachen Hofener Straße die berechtigten Interessen der Wohnbevölkerung in Münster und Mühlhausen, aber auch in Bad Cannstatt nicht unter einen Hut bringt. Die darin vorgeschlagene Sperrung des besagten Streckenteils von Anfang Mai bis Anfang Oktober samstags von 14 bis 21 Uhr und feiertags sowie sonntags von 8 bis 21 Uhr konnte Gegner und Befürworter nicht einen.

Zwar hat die CDU-Fraktion sich stets gegen die Sperrung ausgesprochen, weil diese unverhältnismäßig stark zu Lasten der Autofahrer und der Anwohner des Stadtteils Münster  geht und bei einer Nicht-Sperrung dennoch alle Verkehrsteilnehmer die kleine Straße am Neckar in guter Koexistenz nutzen können.

Dennoch hat sie sich bewegt, um aus einer verfahrenen Situation heraus zu gelangen. Dies haben glücklicherweise auch andere Fraktionen getan. „Die Sperrung an einem Tag statt an zwei Tagen in der Woche ist das kleinere Übel. Wir tragen deshalb den Kompromiss mit“, so die für die Stadtbezirke Mühlhausen und Münster zuständigen Betreuungsstadträte Thomas Fuhrmann und Dr. Markus Reiners, die den überfraktionellen Antrag von Freien Wählen, SPD, FDP und CDU mitunterzeichnet haben. Er beinhaltet die beste machbare Lösung – die Anwohner der Neckartalstraße in Münster werden weniger stark von Ausweichverkehr belastet, man wird der größeren Nutzungsnachfrage der Hofener Straße an Samstagen besser gerecht und zudem verringert sich der Kostenaufwand für die Schließung und Öffnung des Straßenabschnitts für nur einen Tag.

„Das ist ein Kompromiss, der uns zwar noch wehtut, bei dem der Gewinn jedoch überwiegt!“, so Beate Bulle-Schmid, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Betreuungsstadträtin für Bad Cannstatt.