Art der Veröffentlichung
Datum
20.10.2016

Kraftakt Opernsanierung

Es ist eine Herkulesaufgabe, doch sie ist unumgänglich. Darin ist man sich im Großen und Ganzen im Gemeinderat einig, wenn es um die Sanierung der Stuttgarter Oper geht. Die damit zusammenhängenden Herausforderungen sind gleichwohl enorm. Denn neben dem finanziellen Kraftakt geht es auch um städtebauliche Aspekte und um die Frage nach der interimsweisen Unterbringung des Opern- und Ballettbetriebes während der Sanierungsarbeiten.

Ein Sachstandbericht, der den Gemeinderat auf den Wissensstand der Verwaltungsratsmitglieder der Württembergischen Staatstheater bringt, war hier angebracht. „Dass der Tagesordnungspunkt über zwei Stunden im Technikausschuss in Anspruch genommen hat, unterstreicht die Bedeutung dieses Themas, das uns noch einige Jahre beschäftigen wird“, kommentiert Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz die stattgefundene Präsentation und Diskussion.

Mit einem externen Gutachten ist 2014 der Umfang des maroden Zustands des Opernhauses so richtig klar geworden. Verschiedene Fraktionen, so auch die CDU, haben sich zwischenzeitlich vor Ort ein Bild davon gemacht. Dabei sind die derzeit kursierenden Zahlen zur Kostenhöhe der Sanierung nicht endgültig, vielmehr kommt es auf die tatsächlich zu realisierende Lösung an. Diese muss im Detail erst besprochen und abgestimmt werden. Genau an der Stelle wolle der Gemeinderat sich weiter einbringen, macht Alexander Kotz deutlich. Es dürfe nicht passieren, dass auf Verwaltungsebene Vorentscheidungen getroffen werden, die den Gemeinderat vor mehr oder weniger vollendete Tatsachen stellten.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass man auch weiterhin auf höchstem Niveau im deutschen und europäischen Vergleich mitspielen will – Stichwort Opernhaus des Jahres 2016 – ist es unerlässlich, den Betrieb auf die Höhe der Zeit zu bringen. Denn Ausfälle und Pannen im Spielbetrieb – kürzlich hat die veraltete Technik eine 18-minütige Unterbrechung der Vorführung verursacht – sind der größte anzunehmende Unfall einer Vorführung. Dies stellte der geschäftsführende Intendant der Staatstheater, Marc-Oliver Hendriks, klar.

Der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Jürgen Sauer, ist zuversichtlich, dass der eingeschlagene Weg der Opernsanierung richtig ist und deshalb weiterverfolgt werden soll. Man darf gespannt darauf sein, welche Optionen für eine Sanierung und Erweiterung der Baukörper und nicht zuletzt für eine Ersatzspielstätte zur vertiefenden Beratung herausgearbeitet werden. Von Belang in diesem Kontext ist zudem, dass man sich an der Kulturmeile im Herzen der Stadt befindet.